AMD Aktie: Rechenzentren stemmen den Rebound

AMD meldete höhere Quartalswerte als erwartet und stellte für das vierte Quartal 17 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht.

Die Kernpunkte:
  • Rechenzentrumserlöse nahezu verdoppelt
  • Quartalsumsatz über Analystenschätzungen
  • Umsatzziel für Q4 über Konsens
  • Gaming-Erlöse um 40 Prozent gesunken

Nach einem schwachen Oktober liefert AMD zum richtigen Zeitpunkt. Der Chipkonzern übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen und hob die Umsatzprognose über den Konsens. Nachbörslich legte die Aktie zu, die Angaben schwanken zwischen gut 6 und knapp 9 Prozent.

Rechenzentren fast verdoppelt

Im dritten Quartal erzielte AMD einen Umsatz von rund 13,4 Milliarden Dollar, nach 9,25 Milliarden vor einem Jahr. Analysten hatten mit etwa 13,1 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei etwa 2,05 bis 2,09 Dollar, erwartet waren rund 1,95 Dollar.

Treiber ist das Rechenzentrumsgeschäft. Es verdoppelte sich nahezu auf einen Rekordwert von 8,55 Milliarden Dollar und macht inzwischen 64 Prozent des Konzernumsatzes aus, vor einem Jahr waren es 47 Prozent. Neben den KI-Beschleunigern der Instinct-Reihe profitieren auch die Server-Prozessoren: Agentische KI-Anwendungen laufen oft stundenlang selbstständig und beanspruchen CPUs stark.

Konzernchefin Lisa Su kündigte an, das Wachstum werde sich im Schlussquartal weiter beschleunigen, wenn die Produktion des Rack-Systems Helios und der „Venice“-Prozessoren hochfährt.

Schwache Sparte: PCs und Gaming

Nicht alles läuft rund. Das Segment aus PC- und Spielechips sank um 8 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, die Gaming-Erlöse brachen um 40 Prozent ein. Der PC-Markt leidet unter steigenden Speicher- und Komponentenkosten. Intel hatte diese Schwäche zuletzt für seinen enttäuschenden Ausblick verantwortlich gemacht, die Aktie fiel dort am Freitag um 29 Prozent.

Ausblick über den Erwartungen

Für das vierte Quartal peilt AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz an, mit einer Schwankungsbreite von 3 Prozent. Das entspräche etwa 27 Prozent mehr als im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt 16,2 Milliarden erwartet. Die Bruttomarge soll bei 55 Prozent liegen, minimal unter den erwarteten 55,3 Prozent.

Die Zahlen kommen nach turbulenten Wochen. Im Oktober verlor die Aktie 17,5 Prozent, der Halbleiterindex sogar 15,4 Prozent. Auslöser waren Sorgen über die Schuldenfinanzierung der KI-Infrastruktur und die Frage, ob sich die Ausgaben auszahlen. Seit Jahresbeginn liegt AMD dennoch mehr als 100 Prozent im Plus.

Strategisch setzt AMD auf Partnerschaften: Meta, Microsoft, OpenAI, Anthropic und Oracle beginnen, Helios einzusetzen. Su will das Angebot 2027 „substanziell“ ausweiten. Im Schlussquartal muss AMD nun belegen, dass der Sprung auf 17 Milliarden Dollar gelingt, ohne dass die Marge unter der 55-Prozent-Marke leidet.

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