AMD Aktie: Rechenzentrum-Sorgen?
Trotz des Kursrückgangs meldet AMD operative Fortschritte in Europa; Citi erhöhte ihr Kursziel auf 800 US-Dollar.

- AMD-Papier am Donnerstag 2,0 Prozent schwächer
- Jahresplus beträgt weiterhin 172 Prozent
- Scaleway setzt AMD-Grafikprozessoren in Schweden ein
- Citi hebt Kursziel auf 800 US-Dollar
Die Aktie von AMD geriet gestern im Sog eines schwächelnden Halbleitersektors unter Druck. Das Papier verzeichnete am Donnerstag einen Kursrückgang um 2,0 Prozent und ging bei 501,40 Euro aus dem Handel.
Ausschlaggebend für die Abgaben bei US-Chipherstellern waren wachsende Sorgen über die Finanzierungskosten für den weiteren Ausbau von Rechenzentren sowie gestiegene Zinserwartungen. Trotz dieses jüngsten Rücksetzers beläuft sich das Kursplus seit Jahresanfang noch immer auf 172 Prozent.
Druck auf die Chipbranche
Laut Reuters belastete eine breite Verkaufswelle die Notierungen amerikanischer Chiphersteller. Marktteilnehmer blicken mit wachsender Skepsis auf die hohen Investitionssummen, die für den Aufbau der künstlichen Intelligenz erforderlich sind.
Zusätzliche Verunsicherung brachten Medienberichten zufolge gestiegene Finanzierungskosten für Infrastrukturdienstleister. So kletterten die Renditen für Anleihen des Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave über die Marke von 15 Prozent. Diese Entwicklung fachte branchenweit die Debatte an, wie tragfähig schuldenfinanzierte KI-Großprojekte in einem Umfeld mit anhaltendem Zinsdruck langfristig bleiben.
Operative Fortschritte in Europa
Abseits der makroökonomischen Belastungsfaktoren meldete der Chiphersteller zuletzt Fortschritte im operativen Geschäft. Am Dienstag gab das französische Cloud-Unternehmen Scaleway bekannt, einen KI-Supercomputer in Schweden mit Grafikprozessoren vom Typ AMD Instinct MI355X auszurüsten. Für das europäische Unternehmen ist dies der erste Aufbau eines solchen Hochleistungsrechners außerhalb Frankreichs.
Zudem stellte der Konzern die offene Server-Architektur Helion vor, die Kunden als Bauplan für agentische KI-Systeme dienen soll. Diese Rack-Konfigurationen sind sowohl für reine Hauptprozessoren als auch für kombinierte Recheneinheiten mit Grafikchips ausgelegt. Partnerunternehmen planen die Bereitstellung entsprechender Systeme für November 2026.
Geschäftszahlen und Analystenstimmen
Orientierung für den weiteren Geschäftsverlauf erwarten Anleger nun von den nächsten Zwischenbilanzen. Das Unternehmen kündigte an, die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026 am 3. November 2026 nach US-Börsenschluss zu veröffentlichen.
Analysten äußerten sich im Vorfeld zuversichtlich zu den weiteren Marktchancen des Chipherstellers. Die US-Bank Citi hob am 6. Oktober ihr Kursziel für das Papier von 575 $ auf 800 $ an und bestätigte ihre Einstufung mit „Buy“. Ob diese Zuversicht gerechtfertigt ist, wird sich mit Vorlage der Quartalszahlen und den dortigen Aussagen zur Nachfrage nach Serverchips zeigen.
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