AMD Aktie: Rückschlag vor Zahlen

Susquehanna erhöhte das Kursziel; AMD will am 3. November Quartalszahlen mit rund 13 Milliarden Dollar Umsatz vorlegen.

Die Kernpunkte:
  • Vorbörslich verlor die Aktie 4,3 Prozent
  • Susquehanna setzte das Kursziel auf 620 Dollar
  • Vultr plant MI355X-Einsatz in Chennai
  • AMD erwartet rund 13 Milliarden Dollar Quartalsumsatz

Nach dem Plus vom Vortag dreht AMD wieder ins Minus. Die Aktie schloss am Mittwoch an der NASDAQ bei 552,72 US-Dollar und gewann 3,4 Prozent. Vorbörslich gab sie am Donnerstag bereits wieder 4,3 Prozent auf 528,95 US-Dollar nach.

Kursziel und Rückenwind aus Indien

Auslöser des Anstiegs war unter anderem Susquehanna. Das Analysehaus hob das Kursziel von 550 auf 620 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung Positive. Analyst Christopher Rolland verweist auf die anhaltend starke Nachfrage nach KI und Servern. Er erwartet für das dritte Quartal und den Ausblick aufs Schlussquartal einen moderaten Aufwärtstrend bei den Halbleiterunternehmen.

Schwächen sieht er bei Kundenprozessoren. Die PC-Auslieferungen bleiben hinter den Erwartungen zurück, das könnte das Geschäft im zweiten Halbjahr belasten.

Dazu kam eine Nachricht aus der Cloud-Branche: Vultr plant, AMD Instinct MI355X in einem 20-Megawatt-Supercluster im indischen Chennai einzusetzen. Das Angebot richtet sich an KI-Entwickler, Startups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Kapazität will Vultr 2027 weiter ausbauen.

Für einen Konzern dieser Größe ist ein solches Projekt kaum ein spürbarer Umsatztreiber. Es zeigt aber, dass AMD bei Cloud-Anbietern als Alternative zu NVIDIA zunehmend Akzeptanz findet.

Die Messlatte für den 3. November

AMD legt die Zahlen zum dritten Quartal am Dienstag, 3. November, nach US-Börsenschluss vor. Im August stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar in Aussicht, plus oder minus 300 Millionen. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll bei etwa 56 Prozent liegen.

Das zweite Quartal liefert die Vergleichsbasis. Der Umsatz stieg um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Das Data-Center-Segment legte um 107 Prozent zu, Gaming brach dagegen um 31 Prozent ein. Finanzchefin Jean Hu erwartet im zweiten Halbjahr anziehende Data-Center-Umsätze.

Die Abhängigkeit von diesem einen Wachstumsmotor ist damit größer geworden. Hinzu kommt die Bewertung: Das durchschnittliche Kursziel liegt laut TipRanks bei 585,62 US-Dollar, sieben Analysten raten zum Kauf, zwei zum Halten. Das Susquehanna-Ziel liegt darüber, bietet vom Schlusskurs aus aber nur gut 12 Prozent Luft. Ein großer Teil der KI-Erwartungen dürfte bereits eingepreist sein.

Am 3. November muss AMD daher liefern: rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine Marge um 56 Prozent und eine Bestätigung der angekündigten Beschleunigung im Rechenzentrumsgeschäft.

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