AMD Aktie: Warrants belasten Gewinn
Optionsscheine für OpenAI und Meta mindern AMDs Quartalsgewinn; zugleich erwartet der Konzern 2027 ein stärkeres Rechenzentrumsgeschäft.

- 1,07 Milliarden Dollar nicht zahlungswirksame Belastung
- Warrants könnten AMD-Anteile verwässern
- AMD erwartet 2027 stärkeres Rechenzentrumsgeschäft
- Quartalsumsatzziel liegt bei 17 Milliarden Dollar
AMD verdient prächtig an KI-Chips, bezahlt dafür aber mit einem Teil der eigenen Zukunft. Im dritten Quartal verbuchte der Chiphersteller eine nicht zahlungswirksame Belastung von 1,07 Milliarden Dollar. Der Grund: Optionsscheine für die Großkunden OpenAI und Meta.
Eigenkapital als Lockmittel
Im Februar 2026 vereinbarte AMD, über fünf Jahre KI-Chips im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar an Meta zu liefern. Der Facebook-Konzern erhielt Warrants, die ihm bei Erreichen bestimmter Meilensteine bis zu 10 Prozent an AMD verschaffen könnten. Ein ähnliches Abkommen mit OpenAI stammt aus dem Jahr 2025, auch dort geht es um rund 10 Prozent.
Die Belastung entspricht 66 Cent je Aktie. Sie fällt an, weil die Lieferungen unter den Verträgen hochlaufen.
Finanzchefin Jean Hu stellte klar: Verwässerung droht erst, wenn OpenAI und Meta Liefer- und weitere kommerzielle Bedingungen erfüllen und ihre Rechte ausüben. Zu Zeitpunkten will AMD 2027 mehr sagen. Bei OpenAI hängen die Warrants zusätzlich an Kursschwellen der AMD-Aktie, bei Meta nicht.
Vertrauensvotum mit Beigeschmack
Die Konstruktion zeigt die Zirkularität des KI-Booms: Kunden sind zugleich Lieferanten und Investoren. Ausüben könnten die Partner die Rechte für einen minimalen Preis von rund einem Cent je Aktie. Der Wert hängt vom Kurs bei Ausübung ab, die Zahl der Aktien könnte spürbar steigen.
Analysten sehen darin dennoch ein klares Signal für die Wettbewerbsfähigkeit. TECHnalysis-Analyst Bob O’Donnell verweist auf aufgestauten Bedarf an einer ernsthaften Alternative zu Nvidia. AMDs Produkte konkurrierten inzwischen beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Nvidias Dominanz dürfte das kaum antasten, da der Marktführer jeden produzierbaren KI-Chip verkauft.
AMD ist mit diesem Modell nicht allein. Cerebras räumte OpenAI Warrants ein, Marvell bedachte Google, Qualcomm Amazon. Mit Anthropic hat AMD ebenfalls einen Liefervertrag, dort investiert AMD allerdings selbst.
Anleger schauen auf 2027
Die Börse blendet die Belastung vorerst aus. Die Aktie schloss zuletzt bei 483,90 Dollar und legte nachbörslich weiter auf rund 502 Dollar zu. Der Grund ist die Prognose: AMD erwartet für 2027 ein schneller als gedacht wachsendes Rechenzentrumsgeschäft. Das Umsatzziel für das vierte Quartal liegt bei etwa 17 Milliarden Dollar, nach 13,38 Milliarden im dritten Quartal, einem Plus von 45 Prozent zum Vorjahr.
Das Umfeld bleibt allerdings rau. In Asien gaben Technologiewerte am Mittwoch deutlich nach, nachdem erste Ergebnisse der US-Zwischenwahlen Gewinne der Demokraten nahelegten. Nasdaq-Futures fielen um mehr als 2 Prozent. Ob AMDs Zahlen diesem Gegenwind standhalten, zeigt der US-Handel am Mittwoch.
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