AMD Aktie: World-Labs-Deal für 8,2 Milliarden

Der Zukauf erweitert AMDs KI-Portfolio um World Models; zugleich präsentierte der Konzern neue GPUs und Serverchips.

Die Kernpunkte:
  • World-Labs-Übernahme für 8,2 Milliarden Dollar
  • Neue Instinct-MI400-GPUs vorgestellt
  • Freier Cashflow steigt um 32 Prozent
  • 28 Analysten passen Schätzungen nach oben an

AMD kauft sich in die nächste KI-Disziplin ein. Der Chipkonzern übernimmt das Startup World Labs für 8,2 Milliarden Dollar und setzt damit auf sogenannte World Models, die physische Umgebungen verstehen und simulieren sollen. Parallel stellte AMD die nächste Generation seiner Instinct-MI400-GPUs und sechste EPYC-Server-Chips vor.

Was World Labs ins Portfolio bringt

World Models gelten als möglicher nächster Entwicklungsschritt der KI, etwa für autonomes Fahren, Robotik, Gaming und Unterhaltung. Die Technologie steht allerdings noch ganz am Anfang. Sie dürfte deutlich mehr Rechenleistung und Speicher erfordern als heutige Sprachmodelle.

Genau darin liegt für AMD die Logik: Mehr Compute-Bedarf bedeutet mehr Nachfrage nach Beschleunigern. Zugleich bleibt die Rendite solcher Investitionen ungewiss. Jefferies verweist darauf, dass der Return on Investment bei World Models eine noch größere Herausforderung sein könnte als bei klassischen KI-Modellen.

Auch das Umfeld bleibt rau. Im KI-Sektor verschärft sich der Preiskampf, OpenAI senkte zuletzt die Preise mehrerer Modelle um mehr als die Hälfte. Hinzu kommt die Partnerschaft mit Anthropic, die AMD seit Juni angekündigt hat und die seine Position als Anbieter kompletter KI-Infrastruktur stützen soll.

Finanzpolster und Zahlen

Die Bilanz liefert Spielraum. Im jüngsten Quartal erzielte AMD einen freien Cashflow von 1,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 32 Prozent. Den Zeitraum beendete der Konzern mit 13,1 Milliarden Dollar Kasse, dem stehen kurzfristige Schulden von 875 Millionen Dollar gegenüber.

Die Quartalszahlen vom 4. August hatten die Erwartungen übertroffen: Der Gewinn je Aktie lag bei 1,66 Dollar nach erwarteten 1,60 Dollar, der Umsatz bei 11,54 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft steuerte mit 6,7 Milliarden Dollar etwa 58 Prozent der Erlöse bei und hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Seither revidierten 28 Analysten ihre Schätzungen nach oben, nur fünf nach unten.

Bewertung nach der Rally

Die Aktie notiert rund 96 Prozent ihres 52-Wochen-Hochs. Seit Anfang Juni hat sie gut 20 Prozent zugelegt, damals lag sie bei etwa 510 Dollar. Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis stieg im selben Zeitraum von 0,47 auf 1,23. Bei einem Umsatzwachstum von rund 50 Prozent jährlich halten KI-gestützte Modelle diese Bewertung weiterhin für vertretbar, der Aufschlag gegenüber Juni ist aber sichtbar.

Am Freitag legte die Aktie zuletzt um etwa 0,7 Prozent zu. Nach Bekanntgabe des Zukaufs liegt der Fokus nun auf der Integration von World Labs und darauf, wie schnell die neuen MI400-Beschleuniger in den Markt kommen.

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