American Express Aktie: Gewinnplus, Kursminus

Der Quartalsgewinn stieg, die Prognose für 2026 wurde angehoben; zugleich kündigte American Express den Abbau von rund 3.500 Stellen an.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn steigt um 27 Prozent
  • Umsatz wächst auf 20,06 Milliarden Dollar
  • Gewinnspanne für 2026 nach oben angepasst
  • Abbau von rund 3.500 Stellen angekündigt

Starke Zahlen, schwache Reaktion: American Express hat im dritten Quartal kräftig verdient und die Jahresprognose angehoben. Die Aktie gab dennoch nach. Der Konzern kündigte parallel einen Stellenabbau an.

Gewinn legt kräftig zu

Der auf die Stammaktionäre entfallende Nettogewinn stieg um 27 Prozent auf 3,65 Milliarden Dollar, das sind 5,42 Dollar je Aktie. Bereinigt um Sondereffekte kam der Konzern auf 4,69 Dollar je Aktie, nach 4,14 Dollar im Vorjahresquartal.

Die Erlöse nach Zinsaufwand wuchsen um 9 Prozent auf 20,06 Milliarden Dollar. Treiber waren höhere Ausgaben der Karteninhaber, ein wachsendes Zinsgeschäft und stärkere Gebühreneinnahmen. Der Zinsüberschuss legte um 10 Prozent zu.

Hilfreich war zudem die Risikovorsorge. Sie sank auf 1,0 Milliarden Dollar, nach 1,3 Milliarden im Vorjahr. Der Konzern löste in diesem Quartal Rückstellungen auf, während er 2025 noch welche aufgebaut hatte. Höhere Abschreibungen auf Kreditausfälle dämpften den Effekt nur teilweise.

Prognose angehoben, Erwartungen verfehlt

Für 2026 erwartet American Express nun einen Gewinn von 18,30 bis 18,60 Dollar je Aktie. Zuvor lag die Spanne bei 17,30 bis 17,90 Dollar. Beim Umsatz bleibt das Wachstumsziel von 10 Prozent unverändert.

Der Markt honorierte das nicht. Die Aktie verlor im Handel zeitweise rund 1,4 bis 1,8 Prozent und notierte zuletzt bei etwa 319 Dollar. Analysten hatten offenbar mit noch höheren Kartenumsätzen gerechnet. Der Wert lag damit auch in einem schwachen Gesamtmarkt im Minus, in dem steigende Ölpreise und Sorgen um die Tech-Branche die Stimmung belasteten.

3.500 Stellen fallen weg

Parallel dazu bremst der Konzern bei den Kosten. Konzernchef Steve Squeri kündigte den Abbau von rund 3.500 Stellen an. Das entspricht etwa fünf Prozent der gut 78.000 Beschäftigten. Er begründete den Schritt mit steigenden Kosten, die er trotz der guten Geschäftslage im Griff behalten wolle.

Die Ausgaben stiegen im dritten Quartal um 9 Prozent auf 14,55 Milliarden Dollar. Hauptgrund waren höhere variable Kosten für die Kundenbindung, etwa für Prämien und Marketing. Die operativen Kosten sanken dagegen.

Der Konzern bewegt sich mit dem Schritt im Branchentrend: Auch Barclays kündigte zuletzt einen Stellenabbau an. Für American Express zählt nun, ob die Einsparungen das Gewinnziel von bis zu 18,60 Dollar je Aktie für 2026 absichern, wenn die Kundenausgaben weniger stark wachsen als vom Markt erhofft.

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