Amgen Aktie: 74 Millionen Vergleich mit Investoren

Amgen zahlt 74 Millionen Dollar an Aktionäre wegen verspäteter Offenlegung von IRS-Steuerforderungen. Der Aktienkurs zeigt sich trotz Altlasten robust.

Die Kernpunkte:
  • Vergleich über 74 Millionen Dollar
  • Vorwurf verspäteter Steuer-Offenlegung
  • IRS forderte 10,7 Milliarden Dollar
  • Aktie trotz Rechtsstreit im Plus

Das US-Biotechnologieunternehmen Amgen hat eine Einigung in einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung mit seinen Investoren erzielt. Der Konzern verständigte sich auf einen Vergleich in Höhe von 74 Millionen US-Dollar, um Vorwürfe über die verspätete Offenlegung massiver Steuerforderungen auszuräumen. Die am Dienstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eingereichte vorläufige Vereinbarung bedarf noch der formalen Zustimmung durch die zuständige Justiz.

Vorwurf der verspäteten Offenlegung

Im Zentrum der Sammelklage stand die Behauptung, Amgen habe seine Aktionäre zwischen Juli 2020 und April 2022 über den Ernst einer Auseinandersetzung mit der US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) im Unklaren gelassen. Die Behörde forderte für den Zeitraum von 2010 bis 2015 Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 10,7 Milliarden US-Dollar. Diese Summe setzte sich aus etwa 8,7 Milliarden US-Dollar an Steuern und Zinsen sowie Strafzahlungen von rund 2 Milliarden US-Dollar zusammen.

Die klagenden Investoren machten geltend, dass der Aktienkurs empfindlich reagierte, als das tatsächliche Ausmaß der Steuerforderungen bekannt wurde. Konkret führten sie Kursrückgänge von 6,5 Prozent im August 2021 und weiteren 4,3 Prozent im April 2022 direkt auf die schrittweise Veröffentlichung der IRS-Forderungen zurück. Die Klage richtete sich dabei auch persönlich gegen den Vorstandsvorsitzenden Robert Bradway und Finanzchef Peter Griffith.

Hintergrund des Transfer-Pricing-Streits

Die steuerliche Auseinandersetzung mit dem IRS basierte auf sogenannten Transferpreisen zwischen Amgen und einer Produktionseinheit in Puerto Rico. Die Steuerbehörde warf dem Unternehmen vor, Gewinne unangemessen in die Region mit niedrigeren Steuersätzen verlagert zu haben, um die Steuerlast in den USA zu senken. Allein für die Jahre 2013 bis 2015 verlangte der IRS Nachzahlungen in Höhe von 5,1 Milliarden US-Dollar zuzüglich Strafen.

Obwohl Amgen jegliches Fehlverhalten bestreitet und betont, die geltenden Gesetze eingehalten zu haben, entschied sich die Konzernführung nun für den Vergleich. Damit wendet das Unternehmen einen langwierigen und kostspieligen Prozess ab, nachdem ein Antrag auf Abweisung der Klage bereits im September 2024 gescheitert war. Der nun vereinbarte Betrag von 74 Millionen US-Dollar soll jene Aktionäre entschädigen, die im fraglichen Zeitraum zwischen 2020 und 2022 Anteile erworben hatten.

Marktreaktion und aktuelles Kursniveau

Trotz der juristischen Altlasten zeigt sich die Aktie im bisherigen Jahresverlauf robust und verzeichnet ein Plus von 15,05 Prozent seit Beginn des Jahres 2026. Aktuell notiert der Wert bei 322,30 Euro und liegt damit nur etwa 3,30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang März bei 333,30 Euro markiert wurde. Die Beilegung des Rechtsstreits wird am Markt als Schritt zur Reduzierung von Unsicherheitsfaktoren gewertet, auch wenn der eigentliche Steuerstreit mit dem IRS durch diesen zivilrechtlichen Vergleich noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Amgen begründete den Vergleichsabschluss primär mit der Vermeidung weiterer Prozessrisiken und der damit verbundenen Kostenbelastung.

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