Amgen Aktie: Biosimilars bremsen Prolia

Höhere Erlöse und eine angehobene Jahresprognose treffen auf deutliche Rückgänge bei Prolia und Xgeva.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf 10,4 Milliarden Dollar
  • Bereinigter Gewinn je Aktie über Erwartungen
  • Prolia und Xgeva verlieren deutlich
  • Amgen erhöht Prognosespanne für 2026

Amgen schlägt die Erwartungen im dritten Quartal und hebt die Jahresprognose an. Trotzdem gibt die Aktie nachbörslich nach. Der Grund liegt in einem Zwiespalt: Neue Wachstumsträger legen kräftig zu, während zwei etablierte Blockbuster unter Biosimilar-Druck wegbrechen.

Wachstumsträger gegen Altlasten

Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,45 Dollar. Analysten hatten mit rund 5,76 Dollar gerechnet. Der operative Gewinn kletterte um fast die Hälfte auf 3,7 Milliarden Dollar.

17 Medikamente verzeichneten zweistellige Zuwächse. Repatha legte um 37 Prozent auf gut eine Milliarde Dollar zu, Evenity wuchs um 39 Prozent. Noch stärker zogen Uplizna (plus 191 Prozent), Imdelltra (plus 128 Prozent) und Tezspire (plus 43 Prozent) an.

Die Kehrseite zeigt sich bei Prolia und Xgeva. Prolia brach um 45 Prozent auf 632 Millionen Dollar ein, Xgeva sank um 47 Prozent. Mehrere Biosimilars sind weltweit am Markt.

Prognose leicht erhöht

Für 2026 erwartet der Konzern nun Erlöse zwischen 38,9 und 39,7 Milliarden Dollar. Der Mittelwert liegt über der bisherigen Konsensschätzung von 39 Milliarden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt Amgen 22,90 bis 23,70 Dollar an, auch hier über dem Marktkonsens.

Die Anhebung fällt allerdings moderat aus und liegt im Rahmen der Erwartungen. Das erklärt, warum die Aktie nachbörslich um gut ein Prozent auf rund 455 Dollar nachgab. Kein Wunder bei dem Lauf: Seit Ende 2025 hat das Papier um mehr als 40 Prozent zugelegt und zählt zu den stärksten Dow-Werten. Ende vergangener Woche erreichte es mit 475 Dollar ein Rekordhoch.

Der freie Cashflow sank im Quartal auf 3,7 Milliarden Dollar, nach 4,2 Milliarden im Vorjahr. Amgen verweist auf Veränderungen im Working Capital.

Pipeline als nächster Treiber

Goldman Sachs spricht von starkem kommerziellem Momentum und einem katalysatorreichen Jahresende 2026 sowie dem Folgejahr. Im Zentrum steht die Adipositas-Pipeline: Das Mittel MariTide durchläuft mehrere Phase-3-Studien, unter anderem zur Gewichtskontrolle und zu kardiovaskulären Ereignissen.

Bis dahin muss Amgen den Umsatzrückgang bei Prolia und Xgeva weiter mit neuen Präparaten auffangen. Das Tempo bei Uplizna, Imdelltra und Tezspire entscheidet, ob die angehobene Jahresspanne zu halten ist.

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