Amrize Aktie: Rohstoffkosten drücken Gewinnziele

Amrize reduziert die EBITDA-Spanne für 2026, wechselt Führungskräfte und übernimmt Rapid Redi-Mix. Der nächste Bericht folgt am 3. November.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz im zweiten Quartal um 8,6 Prozent gestiegen
  • Bereinigtes EBITDA-Ziel auf 3,1 bis 3,2 Milliarden gesenkt
  • Mario Gross übernimmt Building-Envelope-Leitung
  • CEO kauft 30.000 Amrize-Aktien

Die Aktie von Amrize steht vor den kommenden Quartalszahlen unter dem Eindruck weitreichender Anpassungen. Nach einer Korrektur der Ergebnisziele im Sommer und mehreren Wechseln in der Unternehmensleitung analysieren Anleger die operative Stabilität des Konzerns. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 32,77 Euro.

Geringere Gewinnziele wegen Kosteninflation

Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 8,6 Prozent auf 3,49 Mrd. USD. Auch das operative Ergebnis legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum moderat zu. Dennoch sah sich die Führung veranlasst, die Erwartungen für das Gesamtjahr einzustufen. Als Ursache nannte Amrize in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC gestiegene Kosten für Energie und Vorprodukte, die vor allem durch den Ölpreis getrieben werden.

Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert das Management mit einem bereinigten EBITDA zwischen 3,1 und 3,2 Mrd. USD. Zuvor war ein Wert von bis zu 3,34 Mrd. USD avisiert worden. Die Teuerung im Rohstoffsektor dämpft die operative Ertragskraft damit stärker als zunächst erwartet.

Personalwechsel an der Spitze und Zukauf

Parallel zu den wirtschaftlichen Herausforderungen ordnet der Konzern seine Führungsstrukturen neu. Am 11. September ernannte Amrize Mario Gross zum Präsidenten für den Geschäftsbereich Building Envelope, womit er Jake Gosa ablöste. Bereits vor gut drei Wochen hatte es zudem einen Wechsel auf der Position des Finanzvorstands gegeben.

Auf der operativen Ebene baute das Unternehmen seine Präsenz in Nordamerika aus. Vor über einem Monat vollzog Amrize die Übernahme von Rapid Redi-Mix. Der Betonhersteller aus dem Großraum Dallas-Fort Worth beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und erweitert die regionalen Kapazitäten.

Käufe der Geschäftsleitung und Blick auf den Berichtstermin

Rückendeckung gab es aus den eigenen Reihen. Vor rund einem Monat investierte CEO Jan Philipp Jenisch in das Unternehmen und erwarb 30.000 Aktien zu Kursen zwischen USD 42,37 und 42,53 per Aktie. Den überwiegenden Teil der Papiere kaufte er direkt, eine kleinere Tranche indirekt über den Ehepartner.

Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 30 Prozent. Die entscheidende Richtungsanzeige erwarten die Marktteilnehmer am 3. November 2026: An diesem Datum wird Amrize die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen und Aufschluss darüber geben, wie sich die Margen unter dem Kostendruck entwickelt haben.

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