Amrize Aktie: Samuel J. Poletti wird CFO

Amrize ernennt Samuel J. Poletti zum neuen Finanzvorstand. Der Aktienkurs fällt auf ein 52-Wochen-Tief, während das Effizienzprogramm Aspire im Fokus bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Poletti folgt auf zurückgetretenen Oran
  • Aktie rutscht auf 52-Wochen-Tief
  • Effizienzprogramm Aspire als zentrale Aufgabe
  • Vertrag bis 2031 mit Aktienanreizen

Der Baustoff-Spezialist Amrize hat einen kurzfristigen Wechsel auf dem Posten des Finanzchefs vollzogen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat Samuel J. Poletti mit Wirkung zum gestrigen Montag die Leitung des Finanzressorts übernommen. Er folgt auf Baris Oran, der nach nur wenigen Monaten im Amt aus persönlichen Gründen von seiner Position zurückgetreten ist.

Erfahrener Nachfolger aus den eigenen Reihen

Mit Samuel J. Poletti setzt Amrize auf Kontinuität bei der strategischen Ausrichtung. Poletti war bereits seit dem Börsengang im Juni 2025 als Chief Strategy & M&A Officer für das Unternehmen tätig und maßgeblich an der Leitung des Spin-offs beteiligt. Der neue Finanzchef verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung beim Branchenriesen Holcim.

Sein Vertrag sieht Medienberichten zufolge eine Laufzeit bis zum 23. August 2031 vor. Neben einem Basisgehalt von 725.000 US-Dollar umfasst sein Vergütungspaket verschiedene Boni und langfristige Aktienanreize (PSUs).

Der bisherige Finanzchef Baris Oran, der seine Funktion erst im April 2026 angetreten hatte, wird dem Unternehmen laut Unternehmensangaben noch bis August 2027 in beratender Funktion zur Verfügung stehen. Ergänzt wird die personelle Neuausrichtung durch Dillon Cumming, der zum 8. September die Position des Vice President Investor Relations übernehmen wird.

Aktie unter Druck am Allzeittief

Die Nachricht über den plötzlichen Abgang von Oran belastete den Aktienkurs spürbar. Das Papier notiert heute bei 37,74 Euro, was einem Rückgang von 2,1 Prozent entspricht. Damit bewegt sich der Wert unmittelbar auf dem Niveau seines 52-Wochen-Tiefs von 37,50 Euro. Der Abstand zu diesem Jahrestief beträgt somit lediglich 0,6 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust für die Anleger bereits auf 20 Prozent.

Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) verwiesen in einer ersten Einschätzung auf die umfangreiche Erfahrung Polettis, was die Verunsicherung am Markt mittelfristig abfedern könnte. Das Unternehmen, das rund 19.000 Mitarbeiter beschäftigt, erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 11,8 Milliarden US-Dollar.

Fokus auf Effizienzprogramm Aspire

Der neue Finanzvorstand übernimmt das Amt in einer Phase, in der Amrize verstärkt auf Kostendisziplin setzt. Im Zentrum der Bemühungen steht das operative Effizienzprogramm „Aspire“. Dieses zielt darauf ab, das Verhältnis zwischen Preisen und Kosten nachhaltig zu verbessern und die Profitabilität des Konzerns zu sichern.

Poletti wird nun die Aufgabe zukommen, dieses Programm finanziell zu steuern und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Die Marktkapitalisierung von Amrize beläuft sich derzeit auf umgerechnet 21,33 Milliarden Euro.

Neben der Umsetzung von Sparmaßnahmen wird ein Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Integration früherer Akquisitionen liegen, die Poletti bereits in seiner vorherigen Funktion als Strategiechef begleitete. Anleger werden nun genau beobachten, ob der Führungswechsel die gewünschte Stabilisierung der Margen einleitet.

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