Ams Osram Aktie: 1-Milliarde-Anleihe bis 2032

Ams Osram verzeichnet Kursrückgang nach Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon und Fokus auf Photonik-Kernbereich.

Die Kernpunkte:
  • Aktie gibt nach starkem Jahresplus nach
  • Verkauf von Sensorgeschäft an Infineon abgeschlossen
  • Milliarden-Anleihe zur Refinanzierung platziert
  • Simplify-Programm mit Einsparziel von 200 Mio. Euro

Die Aktie von Ams Osram gibt nach einem starken Lauf spürbar nach. Am Donnerstag notiert das Papier bei 17,80 Euro, ein Minus von 2,73 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 111,40 Prozent zu Buche – der jüngste Rückgang relativiert die fundamentalen Fortschritte des Unternehmens damit nicht. Der Kurssturz fällt in eine Phase, in der der Sensorik- und Photonik-Konzern eine mehrmonatige Serie von Portfoliobereinigungen abgeschlossen hat.

Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon vollzogen

Im Zentrum der jüngsten Unternehmensentwicklung steht der Anfang Juli abgeschlossene Verkauf des Geschäftsbereichs für nicht-optische Analog- und Mixed-Signal-Sensoren an die Infineon Technologies AG. Für den Bereich flossen 570 Millionen Euro in bar an Ams Osram. Der Erlös reiht sich in eine Reihe von Transaktionen ein, mit denen der Konzern sein Portfolio auf das Kerngeschäft Digital Photonics ausrichtet. Bereits Anfang Mai hatte Ams Osram das CMOS-Bildsensorgeschäft für 40 Millionen Euro in bar an indie Semiconductor Inc. veräußert.

Parallel dazu steht das für MicroLED-Technologie errichtete 8-Zoll-Werk im malaysischen Kulim weiterhin zum Verkauf. Medienberichten zufolge verfolgt das Unternehmen damit das Ziel, die mit der Anlage verbundenen Fixkosten aus der Bilanz zu nehmen und die Restrukturierung weiter voranzutreiben. Eine Einigung über einen Käufer steht bislang aus.

Anleihe über eine Milliarde Euro sichert Refinanzierung

Die finanzielle Basis für den Umbau hatte sich der Konzern bereits Mitte Mai gesichert. Ams Osram platzierte erfolgreich eine vorrangige Anleihe über 1 Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,250 Prozent und Fälligkeit im Jahr 2032. Die Emission dient der langfristigen Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und ergänzt die durch die Deinvestitionen zufließenden Mittel.

Auf der Hauptversammlung im Juni billigten die Aktionäre sämtliche Tagesordnungspunkte mit deutlicher Mehrheit, einschließlich der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Damit ist der Rückhalt der Anteilseigner für den eingeschlagenen Kurs formal bestätigt.

Simplify-Programm und Blick auf Q2

Der strategische Umbau läuft unter dem im Februar gestarteten Transformationsprogramm „Simplify“, das bis Ende 2027 jährliche Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Euro erzielen soll. Erste operative Impulse aus dem laufenden Jahr liefern die Ende Januar vorgelegten Quartalszahlen: Zu den Q1-Ergebnissen im Mai gehörte auch die Ankündigung einer neuen Entwicklungsvereinbarung mit einem nicht namentlich genannten, nach Unternehmensangaben führenden Kunden im Bereich KI-Photonik.

Technologisch setzt Ams Osram auf die MicroLED-Sparte: Im März stellte der Konzern eine neue MicroLED-Array-Technologie auf Basis der EVIYOS-Plattform vor, die für den Einsatz in optischer Datenübertragung für KI-Rechenzentren konzipiert ist. Diese Anwendung soll perspektivisch neue Wachstumsfelder jenseits des klassischen Beleuchtungs- und Sensorgeschäfts erschließen.

Anleger richten den Blick nun auf den 4. August. An diesem Tag will Ams Osram die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlichen. Der Termin ist im Finanzkalender fest hinterlegt. Nach dem Abschluss der großen Deinvestitionen und der Refinanzierung über die Anleihe dürfte die Zahlenvorlage erste Hinweise darauf geben, wie sich der schlankere Konzern operativ schlägt und ob sich die Einsparungen aus dem Simplify-Programm bereits in der Marge niederschlagen.

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