Ams Osram Aktie: 136 Prozent Gewinn seit Jahresbeginn

ams-OSRAM-Aktionäre segnen Aufsichtsratswahl ab. Der Aktienkurs steigt, während der Markt auf die Kartellfreigabe für den Verkauf an Infineon wartet.

Die Kernpunkte:
  • Harmonische Hauptversammlung in Premstätten
  • Kurs legt um sechs Prozent zu
  • Verkauf an Infineon bringt 570 Millionen
  • KI-Projekt noch in Entwicklungsphase

Die Hauptversammlung in Premstätten lieferte Harmonie pur. Die Aktionäre bestätigten die Aufsichtsräte Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal mit großen Mehrheiten. An der Börse herrscht dagegen ein wilder Ritt. Mit einer annualisierten Volatilität von 134 Prozent treibt das Papier Investoren um.

Am Freitag kletterte der Kurs um gut sechs Prozent auf 20,10 Euro. Damit summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf stolze 136 Prozent. Das Papier notiert spürbar unter seinem Jahreshoch.

Der wichtigste Deal des Jahres

Der Markt wartet auf den entscheidenden Schritt beim Konzernumbau. Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon bringt 570 Millionen Euro. Aktuell fehlt noch die Freigabe der Behörden.

Zusammen mit weiteren Verkäufen fließen rund 670 Millionen Euro in die Kasse. Das Management will damit die Schuldenlast massiv drücken. Die jährlichen Zinskosten sollen sich bis 2028 auf unter 150 Millionen Euro halbieren.

Operatives Fundament stützt

Bis zum Deal-Abschluss trägt das Tagesgeschäft die Bewertung. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Konzern 796 Millionen Euro Umsatz. Die operative Marge lag bei ordentlichen 16,5 Prozent.

Für das laufende zweite Quartal peilt der Vorstand Erlöse zwischen 725 und 825 Millionen Euro an. Die Rendite soll bei rund 15,5 Prozent liegen.

Ab dem kommenden Jahr plant ams-OSRAM auch operativ wieder mit einem positiven freien Barmittelzufluss. Das Kernportfolio rund um Halbleiter wächst bereits stabil.

KI-Fantasie ohne Erlöse

Abseits des Schuldenabbaus lockt eine neue Technologie. Das Unternehmen entwickelt Bauteile für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren. Ein erster Prototyp arbeitet extrem sparsam und schnell.

Die Krux an der Geschichte: Das Projekt steckt tief in der Entwicklungsphase. Nennenswerte Umsätze fließen hier noch lange nicht. Kurz gesagt: ein reines Zukunftsthema.

Fällt die anstehende Kartellentscheidung zum Infineon-Deal positiv aus, sinkt das finanzielle Risiko drastisch. Ohne diese Freigabe bleibt die hohe Nettoverschuldung von zuletzt über einer Milliarde Euro das bestimmende Thema für den Aktienkurs.

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