ams-OSRAM Aktie: 2,5 Milliarden Design-Wins im ersten Halbjahr

ams-OSRAM übertrifft im zweiten Quartal die Umsatz- und Margenerwartungen, während der negative Free Cashflow den Konzernumbau belastet.

Die Kernpunkte:
  • Halbleiterportfolio wächst um 13 Prozent
  • Design-Wins übersteigen 1,6 Milliarden Euro
  • Free Cashflow bei minus 119 Millionen
  • Digital Photonics als eigener Bereich

ams-OSRAM baut sein Geschäft rund um lichtbasierte Zukunftstechnologien konsequent aus. Zum 1. Juli richtete der Konzern einen eigenständigen Geschäftsbereich für Digital Photonics ein und erreichte nach eigenen Angaben Meilensteine bei der Massenproduktionsreife von microLED-Array-basierten Light Engines für AR-Smart-Glasses.

Diese Weichenstellung fiel zeitlich mit den Zahlen zum zweiten Quartal zusammen, die das Unternehmen am 4. August vorlegte und die den Konzernumbau in ein neues Licht rücken.

Kerngeschäft wächst zweistellig

Im zweiten Quartal erwirtschaftete ams-OSRAM einen Umsatz von 805 Millionen Euro und übertraf damit den Konsens von 778 Millionen Euro um rund 3 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,9 Prozent, ebenfalls deutlich über der Konsenserwartung von 15,5 Prozent.

Besonders das Halbleiter-Kernportfolio überzeugte: Es wuchs bei konstanten Wechselkursen um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von einem Plus von 31 Prozent im Bereich Industrial & Medical.

Automotive legte um 6 Prozent zu, Consumer um 4 Prozent. Die Auftragslage bleibt robust: Im zweiten Quartal verbuchte ams-OSRAM Design-Wins im Halbleitergeschäft von über 1,6 Milliarden Euro, für das erste Halbjahr summiert sich das auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Trotz der operativen Stärke belastete der Free Cashflow das Bild. Mit minus 119 Millionen Euro fiel er im zweiten Quartal deutlich negativ aus und enttäuschte laut Medienberichten unter anderem die Analysten von ZKB und Vontobel, die die Schwäche als deutlich unter den Erwartungen liegend einstuften.

Für das Gesamtjahr hält ams-OSRAM an seiner Guidance fest: Der Umsatz dürfte wegen der Divestments und Wechselkurseffekten etwas niedriger ausfallen, die bereinigte EBITDA-Marge leidet vorübergehend unter Einmaleffekten des laufenden Übergangsjahres.

Einen Weg zu positivem Free Cashflow im Geschäftsjahr 2027 sieht das Management jedoch als sichtbar an, netto Zinsen und ohne Berücksichtigung der Divestments.

Konzernumbau schreitet voran

Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon wurde zum 1. Juli abgeschlossen, der Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an Indie Semiconductors bereits im Mai unterzeichnet.

Parallel dazu plant ams-OSRAM eine Kapitalmaßnahme: Ein Tender Offer im Volumen von 120 bis 150 Millionen Euro soll anteilig Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 sowie vorrangige Anleihen mit Fälligkeit 2029 zurückkaufen.

Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten, kalkuliert auf Basis eines Euro-Dollar-Kurses von 1,15.

Bereits im Mai hatte die Investmentbank Jefferies ams-OSRAM auf Kaufen hochgestuft und die Aktie als eine der günstigsten im globalen Halbleitersektor mit erheblichem Kurspotenzial bezeichnet – eine Einschätzung, die angesichts der jüngsten Fortschritte bei Digital Photonics an Aktualität kaum eingebüßt hat.

Aktie zeigt sich stabil über gleitendem Durchschnitt

Der Kurs notiert aktuell bei 20,00 Euro und damit 4,9 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,07 Euro. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro, erreicht Ende Mai, fehlen der Aktie derzeit 25 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 138 Prozent zu Buche – ein Wert, der die fundamentale Neubewertung des Konzerns nach dem Umbau widerspiegelt und die operativen Fortschritte im Kerngeschäft honoriert.

Auf der Automechanika in Frankfurt, die noch bis zum 12. September läuft, präsentiert ams-OSRAM aktuell mehrere neue Automotive-Aftermarket-Produkte, darunter die NIGHT BREAKER LED SPEED H1 und die LEDriving HL ALLSEASON.

Die NIGHT BREAKER LED SMART ECE H11 ist zudem als Nominee für den Automechanika Innovation Award 2026 im Rennen – ein Signal für die anhaltende Innovationskraft im traditionellen Beleuchtungsgeschäft, während der Konzern seine Zukunft zunehmend in der digitalen Photonik sieht.

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