Ams Osram Aktie: 570-Millionen-Deal mit Infineon vor Closing

Ams Osram schließt den Verkauf des Sensor-Geschäfts an Infineon ab und lädt zur Hauptversammlung. Die Aktie zeigt sich trotz Kursrückgang stark.

Die Kernpunkte:
  • Infineon-Deal bringt 570 Millionen Euro
  • Hauptversammlung am 10. Juni in Österreich
  • Aktie 15% unter 52-Wochen-Hoch
  • Refinanzierung senkt Zinslast deutlich

Ams Osram steht vor einem dichten Terminkalender. Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon steht unmittelbar bevor – das Closing wird im zweiten Quartal 2026 erwartet, also in den nächsten Wochen. Parallel dazu lädt der Konzern seine Aktionäre zur Hauptversammlung am 10. Juni nach Premstätten, Österreich.

Die Aktie notierte am Donnerstag bei 22,10 Euro. Das sind 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 26,10 Euro, das erst vor vier Tagen erreicht wurde. Auf Jahressicht steht ein Plus von 160 Prozent – eine Erholung, die jüngst etwas nachließ. Der RSI von 51 signalisiert eine neutrale Verfassung.

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Infineon-Deal bringt 570 Millionen Euro

Infineon übernimmt das fabless Sensorgeschäft für 570 Millionen Euro auf schulden- und kassenfreier Basis. Rund 230 Mitarbeiter wechseln zu Infineon. Der Deal umfasst Produkte, geistiges Eigentum, Entwicklungsressourcen und Prüfausrüstung. Hinzu kommt eine mehrjährige Liefervereinbarung zwischen beiden Unternehmen.

Der Erlös ist ein zentraler Baustein des Entschuldungsprogramms. Insgesamt soll die Veräußerung von Geschäftsteilen rund 670 Millionen Euro einbringen. Die Pro-forma-Verschuldungsquote sinkt damit von 3,3 auf 2,5. Ende März lag die Nettoverschuldung bei 1,07 Milliarden Euro, die liquiden Mittel bei 1,317 Milliarden.

Refinanzierung senkt Zinslast

Im Mai platzierte Ams Osram Senior Notes über eine Milliarde Euro mit Fälligkeit 2032. Der Kupon: 7,25 Prozent. Bereits 2027 sollen die Zinsaufwendungen dadurch um rund 40 Millionen Euro sinken. Für das laufende Jahr stellt der Konzern einen freien Cashflow von über 300 Millionen Euro in Aussicht.

Parallel verkaufte Ams Osram das CMOS-Bildsensoren-Geschäft für 40 Millionen Euro an indie Semiconductor. Der Erlös fließt in die Fokussierung auf KI-Photonik und AR-Smart-Glasses.

Hauptversammlung als nächste Wegmarke

Unmittelbar nach dem Closing des Infineon-Deals folgt die Hauptversammlung. Die Beschlussvorschläge von Vorstand und Aufsichtsrat liegen seit dem 20. Mai auf der Unternehmenswebsite. Dazu zählt der Geschäftsbericht 2025 sowie die Kandidaten für den Aufsichtsrat.

Operativ lief das erste Quartal 2026 solide: Erlöse von 796 Millionen Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,5 Prozent – am oberen Ende der Prognose. Das Halbleiter-Kernportfolio wuchs vergleichbar um neun Prozent. Für 2027 peilt das Management einen positiven freien Cashflow an, inklusive Nettozinsaufwand und ohne Desinvestitionserlöse.

Die Hauptversammlung am 10. Juni wird zeigen, wie der Vorstand den weiteren Fahrplan kommuniziert. Bis dahin dürfte auch der Infineon-Deal endgültig über die Bühne sein.

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