ams-OSRAM Aktie: 570 Millionen von Infineon für Sensorik

ams-OSRAM verkauft Randgeschäfte, stärkt die Photonik und verlängert Kammers Vertrag. Die Aktie liegt trotz Erholung unter dem 52-Wochen-Hoch.

Die Kernpunkte:
  • Sensorik-Verkauf für 570 Millionen Euro
  • Digital-Photonics-Sparte seit Juli eigenständig
  • Kerngeschäft wächst im zweiten Quartal
  • Kamper bleibt bis September 2031

ams-OSRAM treibt den Umbau zum fokussierten Photonik-Spezialisten voran. Seit Anfang Juli bündelt der Konzern seine Aktivitäten in einer eigenständigen Digital-Photonics-Sparte – mit sichtbaren Fortschritten bei MicroLED-Array-Lichtsystemen für AR-Smartglasses. Das Segment gilt als strategisches Zukunftsfeld, während sich das Unternehmen zeitgleich von Randgeschäften trennt.

Der Umbau ist bereits weit fortgeschritten. Zum 1. Juli schloss ams-OSRAM den Verkauf des nicht-optischen Sensorik-Geschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro ab, rund 230 Mitarbeiter wechselten dabei den Arbeitgeber. Das veräußerte Geschäft hatte 2026 einen Umsatz von etwa 230 Millionen Euro erwirtschaftet.

Bereits im Mai war zudem der Verkauf des CMOS-Bildsensor-Geschäfts an Indie Semiconductors für 40 Millionen Euro angekündigt worden, der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet.

Konzentration auf das Kerngeschäft zahlt sich aus

Diese Devestitionen sind kein Zufall, sondern Teil einer klaren Strategie: ams-OSRAM will sich auf das margenstarke Halbleiter-Kerngeschäft und die Photonik-Zukunftsfelder konzentrieren.

Im zweiten Quartal wuchs dieses Kerngeschäft um 13 Prozent, während der Gesamtumsatz mit 805 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,9 Prozent am oberen Ende der eigenen Prognose landete – ein Thema, das den Markt bereits vor gut drei Wochen bewegt hatte und die Aktie seither um 6,2 Prozent nach unten schickte.

Der Konzern hatte zudem im Rahmen der Quartalsvorlage ein Rückkaufangebot über 120 bis 150 Millionen Euro für ausstehende Wandelanleihen und Senior Notes lanciert, worauf die Aktie in der Folge um 3,0 Prozent zulegte. Für das Gesamtjahr bleibt die Prognose unverändert: Der Umsatz dürfte durch die Devestitionen und Währungseffekte zwar leicht niedriger ausfallen, das Übergangsjahr belastet die bereinigte EBITDA-Marge temporär durch Einmaleffekte.

Langfristige Weichenstellung mit KI-Bezug

Parallel zum operativen Umbau hat der Aufsichtsrat auch personell für Kontinuität gesorgt: Vorstandschef Aldo Kamper erhielt eine Vertragsverlängerung bis September 2031, deutlich über die ursprüngliche Bestellung bis März 2027 hinaus. Das Gremium würdigte damit ausdrücklich die eingeleitete Neuausrichtung und den fortschreitenden Schuldenabbau.

Strategisch wichtig ist zudem eine bereits im Mai unterzeichnete Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden KI-Photonics-Partner für Rechenzentren – ein Feld, das die neue Digital-Photonics-Sparte flankiert und Wachstumsperspektiven jenseits des klassischen LED-Geschäfts eröffnet. Das Unternehmen sieht sich damit auf dem Weg zu einem positiven freien Cashflow im Jahr 2027.

An der Börse notiert die Aktie am Freitag 5,0 Prozent im Plus bei 19,05 Euro, nahe dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,03 Euro. Über die vergangenen zwölf Monate hat sich der Kurs mehr als eineinhalbfach verteuert, der Wert bleibt aber rund 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro entfernt.

Die Neuausrichtung auf Photonik und die parallele Bilanzsanierung über Verkäufe und Anleiherückkäufe bilden damit weiterhin die zentrale Erzählung für Anleger, die den Konzern auf seinem Weg zu profitablerem Wachstum begleiten.

Anzeige

ams-OSRAM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ams-OSRAM-Analyse vom 7. September liefert die Antwort:

Die neusten ams-OSRAM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ams-OSRAM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ams-OSRAM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ams-OSRAM