Ams Osram Aktie: 6,5 Prozent Minus auf 19,35 Euro

Chipwerte brechen ein, Ams Osram verliert 6,5 Prozent. Trotz solider Quartalszahlen trübt der schwache Cashflow die Bilanz.

Die Kernpunkte:
  • Chipsektor unter Druck, Ams Osram fällt
  • Quartalsumsatz steigt, EBITDA sinkt
  • Freier Cashflow bricht deutlich ein
  • Strategischer Umbau schreitet voran

Der gesamte Halbleitersektor steht am heutigen Mittwoch unter Verkaufsdruck. Steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und Zweifel an der Rentabilität hoher KI-Investitionen belasten Chipwerte europaweit, Infineon und andere Sektorgrößen verlieren deutlich. Ams Osram bleibt davon nicht verschont: Die Aktie schloss gestern bei 19,35 Euro, ein Minus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vortag.

Der Rücksetzer wirkt umso schärfer, als das Unternehmen zuvor operativ Fortschritte gezeigt hatte. Auf Sicht von 30 Tagen steht die Aktie trotz des jüngsten Einbruchs noch immer 20 Prozent im Plus – der aktuelle Ausverkauf ist damit eher sektorgetrieben als Ausdruck einer neuen unternehmensspezifischen Schwäche.

Solide Kernzahlen, schwacher Cashflow

Anfang August hatte Ams Osram Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, die ein gemischtes Bild zeichneten. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,9 Prozent auf 805 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA sank dagegen um 6,2 Prozent auf 136 Millionen Euro bei einer Marge von 16,9 Prozent.

Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,0 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkte in Aussicht. Die Jahresguidance 2026 wurde im Wesentlichen bestätigt, wobei ein leichter Umsatzrückgang wegen Veräußerungen und eines schwächeren US-Dollar erwartet wird.

Kritischer fiel die Entwicklung beim freien Cashflow aus: Dieser verschlechterte sich deutlich auf minus 119 Millionen Euro, nach minus 14 Millionen Euro im Vorjahresquartal und plus 37 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. ZKB und Vontobel äußerten sich zu diesem Punkt enttäuscht und verwiesen ausdrücklich auf den deutlichen Einbruch.

UBS bezeichnete das Zahlenwerk hingegen insgesamt als solide und rechnete infolge der Resultate sowie des Ausblicks mit steigenden Gewinnschätzungen für 2026. ZKB selbst sprach parallel von einem „sehr positiven“ Kerngeschäft mit 13 Prozent Wachstum und sah das Unternehmen weiterhin auf gutem Weg.

Strategischer Umbau läuft weiter

Neben dem Zahlenwerk trieb Ams Osram im August seinen strategischen Umbau voran. Der Verkauf des Non-Optical-Sensor-Geschäfts an Infineon wurde zum 1. Juli 2026 abgeschlossen, der Verkauf des CMOS-Bildsensor-Geschäfts an Indie Semiconductor steht noch aus.

Mit den Erlösen plant das Unternehmen ein Tender Offer über 120 bis 150 Millionen Euro zum anteiligen Rückkauf von Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 sowie von Senior Notes mit Fälligkeit 2029. Das Angebot soll innerhalb von 120 Tagen nach dem Closing des Infineon-Deals starten.

Gleichzeitig schärft Ams Osram seinen Fokus auf das Segment Digital Photonics, für das seit dem 1. Juli 2026 ein eigener Geschäftsbereich existiert. Wichtige Entwicklungsschritte bei Micro-LED-Arrays für Augmented-Reality-Smartbrillen erreichten im zweiten Quartal die Serienreife. Auf dieser Grundlage sieht das Unternehmen langfristig ein Wachstumsfeld für Lichtquellen in AR-Anwendungen.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Operativ zeigt Ams Osram Fortschritte bei Wachstum und strategischer Neuausrichtung, während der schwache Cashflow und die aktuelle Sektorschwäche kurzfristig auf den Kurs drücken.

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