Ams Osram Aktie: 805 Millionen Euro Umsatz

Ams Osram übertrifft mit Q2-Zahlen die Erwartungen, treibt MicroLED voran und reicht Patentklagen ein. Die Aktie konsolidiert nach starker Rally.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz erreicht oberes Prognoseende
  • MicroLED-Massenproduktion rückt näher
  • Patentklagen gegen Refond-Distributor eingereicht
  • Aktie fällt nach starker Rally

Ams Osram meldete am 4. August für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 805 Millionen Euro und erreichte damit das obere Ende der eigenen Prognose. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,9 Prozent. Reuters berichtete, dass die Aktie nach den Zahlen zulegte, getrieben von der guten Marge, dem Umsatzanstieg im Quartal und der Ausblicksäußerung für das dritte Quartal.

Für das laufende dritte Quartal stellte der Konzern einen Umsatz zwischen 770 Millionen Euro und 870 Millionen Euro in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkten.

Reuters bezifferte den Umsatzanstieg im zweiten Quartal auf 4 Prozent. Die Nachrichtenagentur dpa-AFX hob hervor, dass das Unternehmen trotz eines Rückgangs beim operativen Ergebnis die Erwartungen übertraf, gleichzeitig aber weiterhin mit einem leichten Umsatzrückgang rechne.

Fortschritte bei MicroLED für Smart-Brillen

Parallel zu den Zahlen berichtete Ams Osram über weitere Fortschritte bei MicroLED-Arrays für Augmented-Reality-Brillen der nächsten Generation. Zentrale Schritte auf dem Weg zur Massenproduktion seien abgeschlossen. Für einen Konzern, der sich zunehmend als Anbieter optischer Halbleiterlösungen für Zukunftsmärkte positioniert, ist dieser technologische Fortschritt neben den Quartalszahlen ein zweiter wichtiger Baustein der Investmentstory.

Patentklagen gegen Distributor von Refond-Produkten

Am 13. August reichte Ams Osram in Deutschland zwei Patentverletzungsklagen gegen einen Elektronikkomponenten-Distributor ein. Der Vorwurf: Der Distributor habe Automotive-LED-Produkte von Refond Optoelectronics verkauft, die nach Auffassung von Ams Osram gegen bestehende Patente verstoßen.

Der Konzern verlangt Unterlassung, Schadensersatz sowie Rückruf und Vernichtung der betroffenen Produkte. Die juristische Auseinandersetzung ist Teil einer offenbar konsequenteren Durchsetzung von Schutzrechten im Automotive-LED-Segment, das für Ams Osram ein wichtiges Geschäftsfeld darstellt.

Kursreaktion nach starkem Lauf

An der Börse zeigt sich am heutigen Dienstag eine deutliche Gegenbewegung: Die Aktie verliert 4,8 Prozent und fällt auf 19,70 Euro, nachdem sie zuvor stark gelaufen war.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 22 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der heutige Rücksetzer eher eine Konsolidierung nach einer kräftigen Rally darstellt als eine fundamentale Neubewertung. Seit Jahresbeginn liegt das Papier mit 134 Prozent im Plus, was die insgesamt positive Aufnahme der jüngsten Unternehmensmeldungen unterstreicht.

Die Kombination aus solider Quartalsbilanz, technologischem Fortschritt bei MicroLED und einer offensiven Verteidigung der eigenen Patente zeichnet das Bild eines Unternehmens, das operativ Boden gutmacht.

Der heutige Kursrücksetzer relativiert diesen Eindruck nicht grundsätzlich, macht aber deutlich, dass nach dem starken Anstieg der vergangenen Wochen Gewinnmitnahmen einsetzen. Anleger dürften in den kommenden Wochen genau beobachten, ob sich der positive Trend bei Umsatz und Marge im dritten Quartal fortsetzt und wie der Patentstreit mit Refond ausgeht.

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