Ams Osram Aktie: Anleihe über eine Milliarde Euro platziert

Ams Osram senkt Zinskosten durch milliardenschwere Anleihe und erschließt mit optischen Verbindungen den KI-Rechenzentrumsmarkt.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenanleihe senkt Zinslast deutlich
  • KI-Optik für Rechenzentren entwickelt
  • Umsatz im ersten Quartal am oberen Ende
  • Freier Cashflow von über 300 Millionen erwartet

Ams Osram schließt einen zentralen Teil seines Finanzumbaus ab — und öffnet gleichzeitig eine neue Front: optische Verbindungen für KI-Rechenzentren. Der Halbleiterspezialist hat in den vergangenen Monaten viel in Bewegung gesetzt. Die Aktie spiegelt das wider: Seit Jahresbeginn hat sie sich mehr als verdoppelt.

Refinanzierung entlastet die Bilanz

Ams Osram platzierte eine Anleihe über eine Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,25 Prozent und Laufzeit bis Mai 2032. Das Closing war für Anfang Juni geplant. Mit den Erlösen löst der Konzern zwei deutlich teurere Altanleihen ab: USD-Papiere mit 12,25 Prozent Kupon werden vollständig zurückgezahlt, Euro-Anleihen mit 10,50 Prozent zumindest teilweise.

Das Ergebnis: Die jährlichen Zinskosten sinken um rund 40 Millionen Euro. Fälligkeiten, die sich 2029 konzentriert hätten, werden frühzeitig entschärft. Das übergeordnete Ziel ist ambitioniert — die gesamten Finanzierungskosten sollen bis 2028 von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro sinken.

Hinzu kommen Erlöse aus Desinvestitionen. Der Verkauf der nicht-optischen Sensoren an Infineon wird zur Jahresmitte erwartet. Aus verschiedenen Verkäufen rechnet Ams Osram mit rund 670 Millionen Euro.

KI-Photonics früher als geplant

Parallel zur Entschuldung hat Ams Osram eine Entwicklungsvereinbarung mit einem nicht genannten Partner für Rechenzentrum-Infrastruktur geschlossen. Es geht um optische Datenverbindungen für KI-Rechenzentren — zunächst für kurze Strecken zwischen Server-Racks.

CEO Aldo Kamper nannte den Partner nicht. Er betonte aber, die Branche entwickle sich „sehr schnell“ und suche „dringend nach Lösungen“. Ursprünglich hatte das Management einen wesentlichen Beitrag dieser Technologie erst für 2030 in Aussicht gestellt. Jetzt könnte es deutlich schneller gehen.

Quartalszahlen am oberen Rand

Das erste Quartal 2026 lief gut. Ams Osram erzielte einen Umsatz von 796 Millionen Euro — das obere Ende der Prognose. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,5 Prozent. Das Halbleiter-Kernportfolio wuchs auf vergleichbarer Basis um neun Prozent zum Vorjahr.

Für das zweite Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro sowie eine EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Ams Osram einen freien Cashflow von mehr als 300 Millionen Euro in Aussicht — allerdings stark abhängig von Verkaufserlösen. Ab 2027 soll auch operativ ein positiver freier Cashflow erreicht werden.

Am 10. Juni findet die Hauptversammlung statt. Neben der üblichen Tagesordnung — Jahresabschluss, Entlastungen, Prüferwahl — laufen die Mandate zweier Aufsichtsratsmitglieder aus. Beide Sitze werden neu besetzt.

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