Ams Osram Aktie: Fehlkalkulation?
Der Halbleiterhersteller übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich, doch die vorsichtige Prognose für 2026 und eine Reihe von Analysten-Herabstufungen belasten die Aktie.

- Quartalsgewinn übertrifft Erwartungen um das Fünffache
- Verkauf von Geschäftsbereichen für 670 Millionen Euro
- Neues Sparprogramm betrifft rund 2.000 Mitarbeiter
- Ausblick für 2026 als Übergangsjahr bezeichnet
Ams Osram liefert überzeugende Quartalszahlen ab, verkauft Geschäftsbereiche für 670 Millionen Euro und startet ein ambitioniertes Sparprogramm – doch die Aktie stürzt ab. Am Freitag verlor der Titel an der US-Börse 9,4 Prozent auf 5,16 US-Dollar. Der Grund: Analysten stufen reihenweise herab, und der Ausblick für 2026 dämpft die Euphorie. Der strategische Umbau zum fokussierten Photonik-Konzern wird teuer erkauft.
Analysten drehen auf Skepsis
Die Deutsche Bank senkte die Einstufung Mitte Februar auf „Hold“, Jefferies Financial Group hatte bereits im November von „Strong-Buy“ auf „Hold“ herabgestuft. Das Konsensrating steht nun auf „Reduce“ – drei Analysten empfehlen „Hold“, einer rät zum Verkauf. Die Abstufungen wiegen schwer, obwohl das Unternehmen operativ überzeugte: Im vierten Quartal erzielte Ams Osram einen Gewinn von 0,20 US-Dollar je Aktie – fünfmal mehr als erwartet. Der Umsatz übertraf mit 1,02 Milliarden US-Dollar die Schätzungen um fast 15 Prozent.
Das Management verbuchte 874 Millionen Euro Quartalsumsatz bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,4 Prozent. Das Sparprogramm „Re-establish the Base“ brachte 220 Millionen Euro Einsparungen – ein Jahr früher als geplant. Der Free Cashflow erreichte im Gesamtjahr 144 Millionen Euro.
Vorsichtige Prognose belastet Stimmung
Für das erste Quartal 2026 rechnet Ams Osram mit nur noch 760 Millionen Euro Umsatz und einer EBITDA-Marge von 15 Prozent. Das Gesamtjahr wird als Übergangsjahr bezeichnet: Desinvestitionen, ein schwächerer Dollar und gestiegene Edelmetallpreise belasten. Allein der höhere Goldpreis verursacht Mehrkosten von rund 60 Millionen Euro gegenüber 2025. Hinzu kommen Finanzierungskosten von 250 bis 300 Millionen Euro und Strandkosten aus den Verkäufen.
Infineon-Deal und 2.000 Stellen betroffen
Der Konzern treibt seinen Umbau konsequent voran. Anfang Februar verkündete das Unternehmen den Verkauf seines Analog/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Das veräußerte Geschäft erwirtschaftete 2025 rund 220 Millionen Euro Umsatz. Der Abschluss soll im zweiten Quartal erfolgen. Zusammen mit dem bereits vereinbarten Verkauf des Specialty-Lamps-Geschäfts an Ushio fließen 670 Millionen Euro zu. Die Verschuldungsquote sinkt damit von 3,3 auf 2,5.
Das neue Transformationsprogramm „Simplify“ soll bis 2028 weitere 200 Millionen Euro einsparen. Rund 2.000 Mitarbeiter sind betroffen, etwa die Hälfte davon in Europa. In Deutschland trifft es die Standorte Regensburg, Herbrechtingen und Schwabmünchen.
Fokus auf Digital Photonics
Ams Osram positioniert sich als reiner Halbleiter-Photonik-Konzern. Bis 2030 strebt das Unternehmen im Halbleitergeschäft ein mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum an – bei einer EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent. Der Free Cashflow soll 200 Millionen Euro überschreiten, die Verschuldungsquote unter 2,0 fallen.
Die Wachstumsphase soll ab 2027 einsetzen, wenn die Refinanzierung der Senior Notes ansteht. Bis dahin muss der Konzern die Übergangslast schultern – und die Investoren davon überzeugen, dass der radikale Umbau den kurzfristigen Schmerz wert ist.
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