ams-OSRAM Aktie: Halbleitergeschäft wächst um 13 Prozent
ams-OSRAM stärkt sein Halbleiter-Kerngeschäft, verkauft Randbereiche und meldet 13 Prozent Wachstum sowie 1,6 Milliarden Euro Design Wins.

- Photonik bildet strategischen Kern
- Randgeschäft in Schwabmünchen verkauft
- Halbleiterportfolio wächst um 13 Prozent
- Design Wins über 1,6 Milliarden Euro
Der Sensoren- und Beleuchtungskonzern ams-OSRAM treibt die Konzentration auf sein photonisches Kerngeschäft voran. Neben der Neuausrichtung der Halbleitersparte nutzt das Unternehmen auch traditionelle Geschäftsfelder zur Profilierung im Markt.
Auf der Branchenmesse Automechanika Frankfurt präsentierte der Konzern neue Nachrüstlösungen für den Automobilbereich unter dem Motto „Be Road Ready“, darunter LED-Retrofit-Produkte wie NIGHT BREAKER LED SPEED H1 und NIGHT BREAKER LED VINTAGE H1 sowie neu gestaltete Scheibenwischer.
Während das Aftermarket-Geschäft für sichtbare Markenpräsenz im Fahrzeugsektor sorgt, liegt der strategische Schwerpunkt der Neuausrichtung in der Halbleiter- und Photoniksparte. Der Konzern richtete hierfür dedizierte Geschäftsbereiche für Digital Photonics ein.
Im Fokus stehen dabei unter anderem Meilensteine auf dem Weg zur Serienfertigung von microLED-Array-basierten Lichtmaschinen für Augmented-Reality-Brillen sowie optische Verbindungs- und Verbindungstechnologien für künftige Datennetze.
Bereinigung des Portfolios schreitet voran
Die Schärfung des Profils wird flankiert von Desinvestitionen in Randbereichen. Vor gut einer Woche vereinbarte ams-OSRAM den Verkauf des Wolfram- und Molybdän-Produktionsbetriebs im bayerischen Schwabmünchen an das US-Unternehmen The Elmet Group, seither gab die Aktie um 6,4 Prozent nach.
Bereits zuvor wurde der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon vollzogen, während für das CMOS-Bildsensorgeschäft eine Vereinbarung mit Indie Semiconductors unterzeichnet wurde. Die Erlöse aus den Verkäufen dienen primär dem Abbau der Verbindlichkeiten.
Das bereinigte Kerngeschäft verzeichnete zuletzt ein spürbares Wachstum. Das Halbleiter-Kernportfolio legte im Jahresvergleich um 13 Prozent zu. Treiber dieser Entwicklung ist eine zunehmende Nachfrage nach photonischen Lösungen, die sich auch in Design Wins mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2026 niederschlug.
Zudem besteht eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner für optische Technologien in Rechenzentren für künstliche Intelligenz, die den Weg zu einem positiven freien Cashflow im Jahr 2027 ebnen soll.
Operative Zielmarken für das laufende Quartal
Finanziell stützen die Zahlen der jüngeren Vergangenheit den Sanierungskurs. Vor rund zwei Wochen wies ams-OSRAM für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 805 Millionen Euro aus, was einem Zuwachs von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,9 Prozent über den Erwartungen des Marktes. Für das dritte Quartal 2026 peilt das Management Erlöse in einer Spanne von 770 bis 870 Millionen Euro an, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten.
An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 18,15 Euro aus dem Handel. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen im Zuge der Unternehmenstransaktionen verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein deutliches Plus von 116 Prozent. Maßgeblich für den weiteren Verlauf dürfte sein, wie zügig ams-OSRAM die gesicherten Entwicklungsprojekte in margenstarke Serienaufträge überführen kann.
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