Ams Osram Aktie: Hauptversammlung am 10. Juni entscheidend
Ams Osram bereitet sich auf die Hauptversammlung vor, bei der über neue Aufsichtsräte und den weiteren Umbau abgestimmt wird. Der Konzern treibt zudem strategische Schritte voran.

- Hauptversammlung am 10. Juni
- Neubesetzung von Aufsichtsratsposten
- Umsatz von 796 Millionen Euro
- Verkauf von CMOS-Sensoren vereinbart
Ams Osram geht mit viel Bewegung in die Hauptversammlung. Der Nachweisstichtag ist abgelaufen, am 10. Juni stimmen die Aktionäre über neue Aufsichtsräte und die nächste Etappe des Konzernumbaus ab.
Die Aktie hat den jüngsten Lauf zuletzt verdaut: Am Freitag schloss sie bei 21,50 Euro, ein Minus von 2,71 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 13,31 Prozent.
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Der Kurs sendet damit kein Entwarnungssignal, aber auch keinen Bruch der größeren Erholung. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate reicht bereits eine normale Korrektur, um optisch hart auszusehen.
Seit Jahresanfang liegt das Papier noch immer 152,94 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen 17,62 Prozent, der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt 46,26 Prozent.
Aufsichtsrat wird neu sortiert
Für die Teilnahme an der Hauptversammlung zählt der Anteilsbesitz am Ende des 31. Mai 2026. Die Depotbestätigung muss der Gesellschaft spätestens am 5. Juni 2026 vorliegen. Die Versammlung findet am 10. Juni 2026 in Premstätten statt.
Besonders beachtet wird Tagesordnungspunkt 6. Mit dem Ende der Hauptversammlung laufen die Mandate von Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal aus, beide Sitze werden neu besetzt. Auf Kapitalvertreterseite besteht das Kontrollgremium derzeit aus vier Frauen und vier Männern.
Neben der Wahl stehen klassische HV-Punkte an. Dazu gehören der Jahres- und Konzernabschluss für 2025, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl des Abschlussprüfers für 2026 sowie die Aufhebung eines bedingten Kapitals aus dem Jahr 2017.
Umbau bekommt operative Unterstützung
Operativ kommt Ams Osram aus einer Phase der Stabilisierung. Im Auftaktquartal erzielte der Konzern 796 Millionen Euro Umsatz, die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,5 Prozent. Der freie Cashflow war mit 37 Millionen Euro positiv.
Dazu kommt ein strategischer Schritt in Richtung KI-Infrastruktur. Ams Osram hat eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner für Rechenzentrum-Infrastruktur geschlossen. Es geht um optische Verbindungen für KI-Rechenzentren, zunächst für kurze Strecken zwischen Server-Racks.
Der Konzern schärft parallel sein Portfolio. Im Mai 2026 vereinbarte Ams Osram den Verkauf des CMOS-Image-Sensor-Geschäfts an indie Semiconductor für eine Gesamtgegenleistung von 40 Millionen Euro.
Davon entfallen 35 Millionen Euro auf Barmittel und 5 Millionen Euro auf ein Verkäuferdarlehen. Der Abschluss der Transaktion wird innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet.
Der Verkauf der nicht-optischen Sensoren an Infineon wird zur Jahresmitte 2026 erwartet. Aus den verschiedenen Desinvestitionen rechnet der Konzern mit rund 670 Millionen Euro.
Das Geld soll die Bilanz spürbar entlasten. Die jährlichen Finanzierungskosten sollen bis 2028 von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro sinken.
Refinanzierung ist ein Schlüsselpunkt
Die jüngste Refinanzierung unterstreicht, wie wichtig der finanzielle Umbau bleibt. Ams Osram platzierte vorrangige Schuldverschreibungen über 1 Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,250 Prozent und Fälligkeit 2032.
Hinzu kamen weitere vorrangige Schuldverschreibungen im Gegenwert von 700 Millionen Euro sowie eine Änderung und Verlängerung der revolvierenden Kreditfazilität.
Ende März 2026 lag die Liquidität bei 1,317 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung bei 1,071 Milliarden Euro. Für 2026 stellt der Konzern einen freien Cashflow von über 300 Millionen Euro in Aussicht.
Für das zweite Quartal erwartet Ams Osram einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent. Der angenommene Euro-Dollar-Kurs liegt bei 1,17.
Der nächste Prüfpunkt ist der 5. Juni, wenn die Nachweise für die HV-Teilnahme vorliegen müssen. Am 10. Juni folgt die Abstimmung über den Aufsichtsrat — und zur Jahresmitte 2026 dürfte der erwartete Infineon-Deal zeigen, wie schnell der Konzernumbau tatsächlich vorankommt.
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