Ams Osram Aktie: Infineon-Deal über 570 Millionen Euro

Ams Osram erfüllt Umsatzerwartungen im zweiten Quartal, treibt AR-Brillen-Technologie voran und reduziert Schulden durch Verkäufe. Analysten sehen Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose im oberen Bereich erreicht
  • AR-Brillen-Technologie nähert sich Serienreife
  • Verkauf von Sensorgeschäft an Infineon abgeschlossen
  • Analysten sehen Potenzial bei AR-Smartbrillen

Ams Osram hat im zweiten Quartal 2026 das obere Ende der eigenen Umsatzprognose erreicht und treibt die Neuausrichtung des Konzerns weiter voran. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und Belastungen durch hohe Rohstoffpreise konnte der Sensor- und Lichtspezialist wichtige technologische Meilensteine erzielen. Insbesondere bei der Entwicklung von Lichtquellen für Augmented-Reality-Brillen meldete das Unternehmen Fortschritte in Richtung der Serienreife.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt volatil. Während die Aktie am gestrigen Donnerstag eine Tagesveränderung von -4,7% verbuchte, steht seit Jahresanfang (YTD) ein deutliches Plus von 141% zu Buche. Mit einem Schlusskurs von 20,30 € am gestrigen Handelstag liegt die Bewertung weiterhin signifikant über dem Niveau vom Jahresbeginn, was die Erwartungen der Investoren an den Turnaround widerspiegelt.

Solide Entwicklung im Halbleitergeschäft

Im Zeitraum von April bis Juni 2026 erwirtschaftete Ams Osram einen Konzernumsatz von 805 Millionen Euro, was einer Steigerung von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) belief sich auf 136 Millionen Euro nach 145 Millionen Euro im Vorjahr.

Die entsprechende Marge lag mit 16,9 Prozent innerhalb des anvisierten Zielkorridors, wurde jedoch durch Währungseffekte und gestiegene Kosten für Edelmetalle gebremst.

Besonders das Halbleitersegment erwies sich als Stütze des Unternehmens. Hier stieg der Umsatz um 6,5 Prozent auf 621 Millionen Euro. Medienberichten zufolge wurde dieses Wachstum maßgeblich durch kundenspezifische Sensorprodukte sowie eine stabile Nachfrage in den Bereichen Automotive und Industrie getragen. Um die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen, hat der Konzern zudem zum 1. Juli den neuen Geschäftsbereich Digital Photonics ins Leben gerufen.

Strategischer Umbau und Liquiditätssicherung

Ein zentraler Pfeiler der Strategie bleibt die Veräußerung von Randgeschäften zur Senkung der Verschuldung. So wurde der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro zum 1. Juli abgeschlossen.

Der Erlös aus dieser Transaktion floss dem Unternehmen unmittelbar nach Quartalsende zu, weshalb der Kassenbestand zum Stichtag 30. Juni noch bei 994 Millionen Euro lag, während die Nettoverschuldung auf 1,288 Milliarden Euro anstieg.

Das Management nutzt die frei gewordenen Mittel gezielt zur Bilanzoptimierung. Geplant ist ein anteiliger Rückkauf von Wandelanleihen und Senior Notes im Volumen von bis zu 150 Millionen Euro. Parallel dazu wurde bereits ein Vertrag über den Verkauf des CMOS-Bildsensor-Geschäfts unterzeichnet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Fokus schärfer auf die profitablen Kernkompetenzen in der Optoelektronik zu richten.

Analysten bewerten Zukunftsaussichten positiv

Am Markt stießen die Ergebnisse und die strategische Marschrichtung auf ein geteiltes Echo. Analysten von Jefferies stuften den Titel am 4. August als eine der günstigsten Aktien im globalen Halbleitersektor ein und verwiesen auf das Milliardenpotenzial bei AR-Smartbrillen sowie Anwendungen in KI-Rechenzentren. Die Experten der UBS bezeichneten das Zahlenwerk am selben Tag als solide und erwarten für das laufende Jahr steigende Gewinnschätzungen.

Kritik gab es hingegen von der Zürcher Kantonalbank und Vontobel am schwachen freien Cashflow, der im zweiten Quartal bei minus 119 Millionen Euro lag. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose, rechnet jedoch aufgrund von Desinvestitionen mit einem leichten Umsatzrückgang.

Ab dem Jahr 2027 strebt Ams Osram einen nachhaltig positiven freien Cashflow an, wobei der Umsatz für das kommende dritte Quartal zunächst in einer Spanne zwischen 770 und 870 Millionen Euro erwartet wird.

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