Ams Osram Aktie: Infineon-Deal und HV am 10. Juni

Ams Osram steht vor richtungsweisenden Ereignissen: Hauptversammlung mit Kapitalstreichung und der nahende Verkauf an Infineon prägen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Hauptversammlung am 10. Juni
  • Kapital von 8,4 Mio. Euro gestrichen
  • Infineon-Deal bringt 570 Mio. Euro
  • Verschuldungsgrad sinkt auf 2,5

Ein Kurseinbruch von über 17 Prozent am Freitag, trotzdem fast verdreifacht seit dem Jahrestief — Ams Osram bleibt eine Aktie voller Widersprüche. Die kommende Woche könnte das Bild klären: Hauptversammlung und Infineon-Closing treffen zeitgleich aufeinander.

Hauptversammlung räumt auf

Am 10. Juni lädt Ams Osram zur ordentlichen Hauptversammlung nach Premstätten. Neben Routine-Tagesordnungspunkten — Jahresabschluss 2025, Entlastungen, Prüferwahl — steht ein strukturell bedeutsamer Beschluss an.

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Das Unternehmen streicht ein bedingtes Kapital von rund 8,4 Millionen Euro ersatzlos. Damit verschwindet eine Verwässerungsquelle aus der Ära der Wandelanleihen. Für Aktionäre ist das ein klares Signal: Die Sanierungsphase rückt in den Rückspiegel.

Ferner laufen die Aufsichtsratsmandate von Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal aus. Zwei Sitze werden neu besetzt. Eine Dividende steht nicht zur Abstimmung — der Jahresabschluss 2025 weist kein ausschüttungsfähiges Bilanzergebnis aus.

Infineon-Deal kurz vor dem Ziel

Parallel rückt der Verkauf des nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon näher. Ams Osram erhält dafür 570 Millionen Euro in bar. Der Abschluss steht noch unter behördlichem Vorbehalt und wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.

Das Gesamtpaket des Entschuldungsplans soll rund 670 Millionen Euro einbringen. Der Verschuldungsgrad sinkt damit pro forma von 3,3 auf 2,5. Produktionsstätten wechseln nicht den Eigentümer — ein mehrjähriges Lieferabkommen sichert die operative Kontinuität.

Mitte Mai hat Ams Osram bereits vorrangige Schuldverschreibungen über eine Milliarde Euro mit Fälligkeit 2032 platziert. Der Kupon liegt bei 7,25 Prozent. Damit löst der Konzern zwei teurere Altanleihen ab — die jährliche Zinslast sinkt ab 2027 um rund 40 Millionen Euro. Bis 2028 sollen die gesamten Finanzierungskosten von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro fallen.

Wachstum jenseits der Sanierung

Der Schuldenabbau ist die eine Geschichte. Die andere: Ams Osram will im Bereich KI-Infrastruktur Fuß fassen. Eine Entwicklungsvereinbarung für optische Verbindungen in Rechenzentren — auf Basis von Mikro-Emitter-Arrays — soll Energieeffizienz und Übertragungsgeschwindigkeit verbessern.

Technologisch stützt sich das auf EVIYOS, das weltweit erste Automotive-Mikro-Emitter-Array in Großserie mit 25.600 einzeln adressierbaren Pixeln. Hinzu kommen erste Aufträge für Komponenten in smarten Brillen — Augmented Reality als weiteres Standbein.

Für das zweite Quartal erwartet Ams Osram einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt das Management einen freien Cashflow von über 300 Millionen Euro an.

Die Aktie notiert nach dem Freitagseinbruch bei 18,60 Euro — auf Jahressicht liegt sie dennoch rund 119 Prozent im Plus. Mit dem Infineon-Closing und dem HV-Beschluss zum Kapital bekommt die Sanierungsstory in dieser Woche erstmals konkrete Konturen.

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