Ams Osram Aktie: JPMorgan verdoppelt Kursziel
JPMorgan verdoppelt Kursziel für Ams Osram dank KI-Photonik-Fortschritten. Der Halbleiterkonzern bestätigt operative Stärke und erwartet Kartellentscheidung zum Infineon-Deal.

- JPMorgan stuft Aktie hoch
- KI-Photonik als Wachstumstreiber
- Operatives Geschäft überzeugt
- Infineon-Deal vor Entscheidung
Seit Jahresbeginn hat sich die Ams Osram Aktie mehr als verdoppelt. Der österreichisch-deutsche Halbleiterspezialist profitiert vom globalen KI-Boom — und liefert dafür inzwischen konkrete operative Argumente.
JPMorgan verdoppelt Kursziel
Den stärksten Impuls setzte JPMorgan. Die US-Großbank stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch und verdoppelte das Kursziel von 11,80 auf 23,60 CHF. Auslöser war eine Investorenkonferenz, auf der das Management erstmals konkrete Fortschritte bei optischen Verbindungen für KI-Rechenzentren präsentierte. Gemeinsam mit einem führenden Partner aus dem KI-Infrastrukturmarkt entwickelt Ams Osram sogenannte Micro-Emitter-Arrays. Diese Technologie soll den Datentransfer zwischen Hochleistungsprozessoren deutlich energieeffizienter machen.
Der Wandel ist strategisch. Ams Osram entwickelt sich vom klassischen LED- und Sensorhersteller zum Zulieferer für digitale Photonik. Finanzchef Rainer Irle sieht im KI-Photonik-Geschäft eine Umsatzchance im hohen dreistelligen Millionenbereich — allerdings erst ab 2030.
Operative Basis hält stand
Die Kursrally hat eine solide Grundlage. Im ersten Quartal 2026 erzielte Ams Osram einen Umsatz von 796 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,5 Prozent. Das Kerngeschäft wuchs auf vergleichbarer Basis um 9 Prozent. Der freie Cashflow drehte auf plus 37 Millionen Euro — nach einem Abfluss von 28 Millionen Euro im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 hält der Konzern an einer Cashflow-Prognose von über 300 Millionen Euro fest. Ab 2027 soll der freie Cashflow auch ohne Desinvestitionserlöse positiv sein.
Infineon-Deal als Schlüsselelement
Parallel läuft der geplante Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro in bar. Das Bundeskartellamt prüft den Deal seit dem 3. März 2026. Eine Entscheidung wird noch im laufenden Quartal erwartet.
Die Bilanzwirkung wäre erheblich. Bei Genehmigung sinkt der Verschuldungsgrad von 3,3 auf rund 2,5. Aus allen laufenden Desinvestitionen rechnet der Konzern mit rund 670 Millionen Euro. Die jährlichen Finanzierungskosten sollen bis 2028 von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro sinken.
Rückenwind kommt auch von der Hauptversammlung. Am 10. Juni stimmten die Aktionäre allen Tagesordnungspunkten mit Mehrheiten zwischen 83,65 und 100 Prozent zu. Die Aufsichtsräte Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal wurden bis 2030 wiedergewählt — ein Signal für strategische Kontinuität.
Aktuell notiert die Aktie bei 20,10 Euro, rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von über 136 Prozent. Das Kartellurteil zum Infineon-Deal wird zur nächsten Weggabelung: Grünes Licht entlastet die Bilanz spürbar und schafft Spielraum, das KI-Photonik-Geschäft aus einer deutlich stabileren Position heraus aufzubauen.
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