Ams Osram Aktie: Kartellamt-Frist endet Ende Juni
Die Aktie von Ams-Osram fällt um fünf Prozent, während das Bundeskartellamt über den Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon entscheidet.

- Kursrutsch um über fünf Prozent
- Kartellamt prüft Infineon-Übernahme
- Umschuldung spart Millionen Zinsen
- Charttechnische Unterstützung bei 18,86 Euro
Asiatische Tech-Riesen schwächeln, und Ams-Osram rutscht mit. Am Freitag verlor der Photonik-Konzern über fünf Prozent auf 18,90 Euro. Anleger fürchten Preisdruck bei Großkunden wie Apple. Das Schicksal der Aktie entscheidet sich in diesen Tagen allerdings nicht im Silicon Valley. Die Blicke richten sich nach Bonn.
Kartellamt prüft Infineon-Deal
Das Bundeskartellamt prüft den Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon. Die Frist läuft Ende Juni aus. Für 570 Millionen Euro in bar wechseln rund 230 Mitarbeiter sowie geistiges Eigentum den Besitzer. Infineon übernimmt keine Fertigungsstätten. Ein mehrjähriges Lieferabkommen sichert die weitere Zusammenarbeit.
Für Ams-Osram ist der Deal ein zentraler Baustein der Sanierung. Der Konzern will seine jährlichen Finanzierungskosten bis 2028 drastisch senken. Bei grünem Licht aus Bonn fällt der Verschuldungsgrad deutlich. Parallel baut das Management die Schuldenstruktur um.
Im Mai platzierte das Unternehmen neue Anleihen über eine Milliarde Euro. Der Kupon liegt bei 7,25 Prozent. Mit dem Erlös tilgt Ams-Osram alte Papiere.
Diese Altlasten kosteten bisher zwischen 10,5 und 12,25 Prozent Zinsen. Ab 2027 spart die Umschuldung jährlich rund 40 Millionen Euro.
Die Folge: eine spürbare finanzielle Entlastung. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand einen freien Cashflow von über 300 Millionen Euro an.
Volatilität trifft auf charttechnische Marke
Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein massives Plus von 122 Prozent. Auf Monatssicht verlor der Titel indes fast ein Fünftel seines Wertes. Die extreme Schwankungsbreite bleibt ein prägendes Merkmal.
Aktuell notiert der Kurs hauchdünn über dem 50-Tage-Durchschnitt von 18,86 Euro. Fällt die Aktie signifikant unter dieses Niveau, drohen weitere Abverkäufe. Verteidigen die Käufer diese Marke, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
Operativ lieferte das erste Quartal ein solides Fundament. Das Halbleiter-Kerngeschäft wuchs um neun Prozent. Längerfristig setzt der Konzern auf den Bereich KI-Photonik. Hier existiert bereits eine Entwicklungsvereinbarung für optische Verbindungen in Rechenzentren.
Die kommenden Handelstage bringen nun die Entscheidung. Gibt das Kartellamt den Infineon-Deal frei, liefert Ams-Osram den wichtigsten Beweis für seinen Sanierungsplan. Verzögert sich der Verkauf, gerät der Zeitplan zum Schuldenabbau unter Druck.
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