Ams Osram Aktie: Kartellamt prüft 570-Mio-Deal mit Infineon
Das Bundeskartellamt untersucht den Verkauf eines Geschäftsbereichs von Ams Osram an Infineon. Die Transaktion soll den Schuldenabbau vorantreiben.

- Kartellamt prüft Verkauf an Infineon
- 570 Millionen Euro für Sensorgeschäft
- Schuldenabbau als zentrales Ziel
- Fokus auf optische Halbleiter
Das Bundeskartellamt nimmt den geplanten Verkauf eines Geschäftsbereichs von Ams Osram an Infineon unter die Lupe. Für den verschuldeten Halbleiterkonzern ist das ein entscheidender Schritt. Die Aktie reagierte am Montag mit einem Plus von 4,84 Prozent auf 26 Euro – ein neues 52-Wochen-Hoch.
Der Verkauf des nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts bringt Ams Osram 570 Millionen Euro in bar. Infineon übernimmt dafür rund 230 Mitarbeiter sowie relevante Patente. Das Geschäftsfeld erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 220 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 60 Millionen Euro.
Schuldenabbau als Ziel
Mit dem Geld will Ams Osram seine Nettoverschuldung drücken. Der pro-forma-Verschuldungsgrad soll von 3,3 auf rund 2,5 sinken. Gleichzeitig plant das Unternehmen, die jährlichen Finanzierungskosten von bis zu 300 Millionen Euro bis 2028 auf unter 150 Millionen Euro zu halbieren.
Die Prüfung durch das Bundeskartellamt wurde am 3. März angemeldet. Sie konzentriert sich auf die Märkte für Sensoren und integrierte Schaltungen. Eine positive Entscheidung gilt als zentraler Baustein des Sanierungsplans.
Fokus auf Digital Photonics
Mit dem Verkauf schärft Ams Osram sein Portfolio. Der Konzern konzentriert sich künftig auf intelligente optische Halbleiter – für Lichtemission und Sensorik. Die Wachstumschancen liegen in der Automobilindustrie, Augmented Reality, Biosensorik, Robotik und optischen Datenverbindungen für KI-Rechenzentren.
Parallel dazu hat das Unternehmen im Mai neue Produkte für das Autogeschäft vorgestellt, darunter LED-Warnleuchten und Lösungen für das Batteriemanagement. Ab 2027 will Ams Osram wieder einen positiven Free Cashflow erzielen.
Der Abschluss des Deals wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Kartellprüfung ist der letzte große Unsicherheitsfaktor auf dem Weg zur finanziellen Stabilisierung.
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