Ams Osram Aktie: Marathon statt Sprint!

Ams Osram-Chef Aldo Kamper bezeichnet 2026 als weiteres Übergangsjahr mit weiteren Verkäufen und Restrukturierungen. Der Halbleiterspezialist muss über 500 Millionen Euro erlösen und kämpft mit dem Verkauf seiner Malaysia-Fabrik.

Die Kernpunkte:
  • 2026 als weiteres Übergangsjahr deklariert
  • Über 500 Millionen Euro Verkaufserlöse geplant
  • Problematischer Verkauf der Malaysia-Fabrik
  • Automobilsektor als einziger Lichtblick

CEO Aldo Kamper dämpft die Hoffnungen: 2026 wird kein Jahr des großen Durchbruchs. Stattdessen steht eine weitere Phase der Schrumpfung an – mit Verkäufen im dreistelligen Millionenbereich und einer Fabrik in Malaysia, die niemand haben will. Kann der Halbleiterspezialist die Kurve noch kriegen, oder wird die Zeit knapp?

2026 bleibt ein Übergangsjahr – Anleger brauchen Geduld

Die Botschaft des Konzernchefs ist unmissverständlich: Wer auf eine schnelle Erholung spekuliert hatte, muss umdenken. Kamper bezeichnet das kommende Jahr explizit als weiteres “Übergangsjahr”. Der Turnaround braucht mehr Zeit als ursprünglich erhofft.

Das Unternehmen steckt weiterhin mitten in einer tiefgreifenden Restrukturierung. Statt auf aggressives Wachstum setzt das Management auf:

  • Kostenoptimierung in allen Bereichen
  • Portfolio-Bereinigung durch gezielte Verkäufe
  • Schuldenabbau zur Stabilisierung der Bilanz

Die Marktdynamik in Teilen des Halbleitersektors beschreibt Kamper als “wenig dynamisch” – ein weiterer Bremsklotz für die Erholung.

500 Millionen Euro müssen her

Um die Schuldenlast zu drücken, verfolgt Ams Osram einen klaren Plan: Durch den Verkauf von Unternehmensteilen sollen mehr als 500 Millionen Euro in die Kasse fließen. Der Zeitplan ist dabei entscheidend.

Die Eckdaten:

  • Abschluss und Mittelzufluss bis Herbst 2026
  • Strategischer Puffer von zwölf Monaten vor Fälligkeit der Wandelanleihe 2027
  • Im Fokus steht unter anderem das Speziallampengeschäft

Kamper macht keinen Hehl daraus: “Wir müssen zunächst kleiner werden.” Die Organisation wird entsprechend angepasst – weitere Umstrukturierungen sind programmiert. Die Aktie rutschte zuletzt deutlich ab und notiert aktuell bei 9,16 Euro, rund ein Drittel unter dem 52-Wochen-Hoch.

Malaysia-Fabrik wird zur Belastung

Besonders brisant: Der Verkauf der hochmodernen Micro-LED-Fabrik in Kulim stockt. Die Anlage wurde für einen Großauftrag gebaut, der überraschend storniert wurde – vermutlich durch Apple. Nun sucht Ams Osram händeringend nach einem Käufer.

Kamper bestätigt zwar “mehrere Interessenten”, doch konkret ist nichts. Das schwierige Marktumfeld für Halbleiterfabriken verzögert den Prozess. Solange diese Altlast auf den Büchern steht, bleibt sie ein Damoklesschwert für die Bilanz.

Hoffnungsschimmer Automobil

Nicht alles ist düster. Der Automobilsektor entwickelt sich zum Lichtblick. Der steigende Anteil optischer Halbleiter pro Fahrzeug treibt die Nachfrage – und hier punktet Ams Osram mit Innovation.

Die “Eviyos”-Technologie macht den Unterschied: Intelligente Frontscheinwerfer mit 25.000 einzeln ansteuerbaren LED-Pixeln ermöglichen Funktionen wie die Projektion von Warnsymbolen auf die Straße. Das Interesse der Autohersteller ist laut Kamper groß. Diese technologische Substanz könnte langfristig der Rettungsanker sein.

Kritischer Blick auf die Lage

Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel auf 9,50 CHF, hält aber an der “Buy”-Einstufung fest – ein Signal für das Spannungsfeld zwischen langfristigem Potenzial und kurzfristigen Risiken. Der RSI von 16,4 deutet auf eine technisch überverkaufte Situation hin, doch ohne operative Fortschritte bleibt das Sentiment fragil.

Die Frage für Anleger lautet: Reicht die Substanz im Auto-Segment aus, um die lange Durststrecke zu überstehen? Der Weg ist steinig, die Verschuldung drückt, und die Fabrik in Malaysia droht zum finanziellen Mühlstein zu werden. Kampers Marathon-Metapher trifft es: Wer einsteigt, braucht einen sehr langen Atem.

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