ams-OSRAM Aktie: Patentklagen gegen Refond eingereicht
ams-OSRAM stärkt nach Spartenverkäufen die Bilanz, verteidigt LED-Patente und erwartet im dritten Quartal weitere Fortschritte beim Konzernumbau.

- Aktie seit Jahresbeginn 130 Prozent höher
- Infineon-Deal bringt 570 Millionen Euro
- Imaging-Sensor-Verkauf noch im dritten Quartal erwartet
- Zwei Patentklagen gegen Refond-Vertrieb
Der Sensor- und Lichtspezialist ams-OSRAM treibt die strategische Neuausrichtung seines Portfolios konsequent voran. Nach dem bereits vollzogenen Verkauf bedeutender Geschäftsteile steht die Konzentration auf das photonische Kerngeschäft im Mittelpunkt, flankiert von Maßnahmen zur Bilanzstärkung und der rechtlichen Absicherung eigener Innovationen.
Die am Markt registrierte Kursentwicklung spiegelt die Erwartungen an den Konzernumbau wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 130 Prozent.
Abschluss von Spartenverkäufen stärkt Bilanz
Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die Veräußerung von Randaktivitäten. Bereits Anfang Juli konnte der Konzern den Verkauf des Geschäfts mit nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensoren an Infineon erfolgreich abschließen. Diese Transaktion brachte dem Unternehmen einen Barzufluss in Höhe von 570 Millionen Euro ein.
Die Mittel aus solchen Desinvestitionen sind bereits fest verplant. Wie das Management im Rahmen der Berichterstattung Anfang August bestätigte, soll ein Betrag zwischen 120 und 150 Millionen Euro für den Rückkauf von Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 sowie vorrangig besicherten Schuldverschreibungen eingesetzt werden.
Parallel dazu bereitet ams-OSRAM den nächsten Schritt vor. Medienberichten zufolge wurde die Veräußerung des Imaging-Sensor-Geschäfts an indie Semiconductor unterzeichnet. Der Abschluss dieser Transaktion wird noch für das laufende dritte Quartal 2026 erwartet. Die Vereinbarung sieht eine Gesamtgegenleistung von 40 Millionen Euro vor, die sich aus einer Barzahlung von 35 Millionen Euro und einer Forderungsnote über 5 Millionen Euro zusammensetzt.
Patentklagen sichern Marktposition im Automotive-Sektor
Neben der finanziellen Sanierung setzt das Unternehmen auf die strikte Verteidigung seiner technologischen Basis. Mitte August reichte ams-OSRAM in Deutschland zwei Patentverletzungsklagen gegen einen Distributor ein, der LED-Produkte des Herstellers Refond Optoelectronics vertreibt. Die Klagen zielen auf den Schutz von sechs Patenten ab, die Innovationen im Bereich hocheffizienter und kompakter Lichtquellen für die Automobilindustrie abdecken.
Das Unternehmen fordert in diesem Zusammenhang unter anderem eine einstweilige Verfügung sowie Schadensersatz und die Vernichtung der betreffenden Produkte. Dieser juristische Schritt unterstreicht die Bedeutung des Automotive-Segments, in dem ams-OSRAM allein im zweiten Quartal Design-Wins im Wert von über 1,6 Milliarden Euro erzielen konnte. Die Sicherung der Marktführerschaft bei hocheffizienten LED-Lösungen ist essenziell für die angestrebte Skalierung der Innovations-Pipeline.
Operative Meilensteine und Ausblick
Im Zuge der internen Umstrukturierung wurden zum 1. Juli neue Geschäftsbereiche für digitale Photonik etabliert. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Umsetzung technischer Innovationen zu beschleunigen.
Besondere Fortschritte meldete das Unternehmen zuletzt bei der Produktionsreife von microLED-Array-Lichtquellen, die speziell für die nächste Generation von Augmented-Reality-Brillen entwickelt werden. Trotz eines negativen freien Cashflows von 119 Millionen Euro im vergangenen Quartal zeigt sich die operative Dynamik stabil.
An der Börse notierte das Papier am Freitag bei einem Schlusskurs von 19,40 Euro. Damit liegt die Aktie weiterhin deutlich mit 41 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, was den langfristigen Aufwärtstrend unterstreicht.
Für das laufende dritte Quartal hat das Management ein Umsatzziel in einer Spanne von 770 bis 870 Millionen Euro ausgegeben. Der Fokus der Anleger dürfte in den kommenden Wochen vor allem auf dem erfolgreichen Abschluss des Verkaufs der Imaging-Sensor-Sparte liegen.
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