Ams Osram Aktie: Portfolio-Umbau zahlt sich aus
Trotz operativem Verlust überzeugt Ams Osram mit Umsatzplus und Portfolio-Straffung. Der Aktienkurs reagiert vorbörslich mit deutlichen Gewinnen.

- Umsatz steigt um vier Prozent
- Sensorgeschäft-Verkauf an Infineon abgeschlossen
- Neuer Bereich Digital Photonics gegründet
- Anleiherückkaufprogramm von bis zu 150 Millionen Euro geplant
Ein Quartal mit sinkendem operativem Ergebnis, das die Börse dennoch feiert — bei Ams Osram passt das zusammen. Der Halbleiterhersteller aus Österreich hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick durchwachsen wirken, auf den zweiten aber zeigen, wie weit der Konzernumbau bereits fortgeschritten ist. Die in der Schweiz gehandelte Aktie legte vorbörslich deutlich zu.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um vier Prozent auf 805 Millionen Euro, währungsbereinigt sogar um neun Prozent. Getragen wurde das Wachstum vom Halbleitergeschäft in Automotive und Industrie sowie vom robusten Geschäft mit Autolampen. Die bereinigte EBITDA-Marge sank im Jahresvergleich auf 16,9 Prozent, verbesserte sich gegenüber dem ersten Quartal aber leicht. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Verlust von 55 Millionen Euro — nach einem Gewinn von 18 Millionen Euro vor Jahresfrist, aber deutlich besser als die 72 Millionen Euro Minus im Vorquartal.
Verkäufe treiben die Neuausrichtung
Der eigentliche Treiber der Kursreaktion liegt im fortschreitenden Portfolio-Umbau. Zum 1. Juli hat Ams Osram den Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon abgeschlossen, bereits im Mai wurde die Veräußerung des CMOS-Bildsensorgeschäfts an Indie Semiconductor vertraglich fixiert. Parallel dazu hat der Konzern zum 1. Juli einen eigenständigen Geschäftsbereich für Digital Photonics geschaffen — Vorstandschef Aldo Kamper bezeichnete das Feld als zentralen Wachstumstreiber, ergänzt durch Fortschritte bei AI-Photonics und Augmented-Reality-Brillen.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,0 Prozent, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten nach oben und unten. Die Dekonsolidierung des verkauften Sensorgeschäfts dürfte dabei den eigentlichen operativen Aufschwung überlagern.
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 bleibt im Wesentlichen unverändert — auch wenn Veräußerungseffekte und ein schwächerer US-Dollar auf Umsatz und Marge drücken. Nach dem Infineon-Deal plant der Konzern ein Anleiherückkaufprogramm im Volumen von 120 bis 150 Millionen Euro, um die Bilanz zu stärken. Für 2027 hat sich das Management ein klares Ziel gesetzt: einen positiven freien Cashflow und damit den Beleg, dass die Transformation operativ trägt.
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