AMS Osram Aktie: Radikaler Umbau
AMS Osram übertrifft Quartalserwartungen deutlich, kündigt aber ein neues Sparprogramm mit 2.000 Stellenstreichungen an. Der schwache Ausblick für 2026 belastet die positive operative Wende.

- Überraschend starke Umsatz- und Margenzahlen im Q4
- Neues Sparprogramm streicht bis zu 2.000 Arbeitsplätze
- Ausblick für das erste Quartal 2026 enttäuscht Analysten
- Verkäufe von Geschäftsbereichen senken die Unternehmensschulden
Der österreichische Technologiekonzern AMS Osram überrascht mit starken Quartalszahlen und einem vorzeitig abgeschlossenen Sanierungsprogramm. Doch CEO Aldo Kamper ruht sich auf diesem Erfolg nicht aus und verordnet dem Unternehmen eine noch drastischere Schlankheitskur. Anleger müssen nun abwägen: Überwiegt die operative Wende oder belasten der schwache Ausblick und der massive Stellenabbau?
Das Wichtigste in Kürze:
* Überraschung: Q4-Umsatz (€ 874 Mio.) und Marge (18,4 %) schlagen Erwartungen.
* Kahlschlag: Neues Programm „Simplify“ streicht voraussichtlich 2.000 Stellen.
* Dämpfer: Ausblick für das erste Quartal 2026 verfehlt Analystenschätzungen.
* Strategie: Verkauf von Unternehmensteilen senkt Schulden, drückt aber den Umsatz.
Operative Stärke trifft auf harte Sparmaßnahmen
Die am Dienstag vorgelegten Zahlen belegen, dass die bisherigen Restrukturierungsmaßnahmen greifen. AMS Osram konnte im vierten Quartal 2025 mit einem Umsatz von 874 Millionen Euro die Prognosen der Analysten (850 Millionen Euro) spürbar übertreffen. Auch die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 18,4 Prozent deutlich über den erwarteten 17,0 Prozent.
Besonders das Kerngeschäft mit Halbleitern, der zukünftige Fokus des Konzerns, legte währungsbereinigt um 8 Prozent zu. Dass das bisherige Sparprogramm „Re-establish the Base“ ein ganzes Jahr früher als geplant abgeschlossen wurde, wertet der Markt als Beweis für die Exekutionsstärke des Managements.
„Simplify“: Der nächste schmerzhafte Schritt
Trotz der Erfolge kündigte die Führungsetage sofortige weitere Einschnitte an. Das neue Transformationsprogramm „Simplify“ soll bis zum Geschäftsjahr 2028 zusätzliche 200 Millionen Euro einsparen. Dieser Effizienzkurs hat einen hohen Preis: Rund 2.000 Arbeitsplätze stehen zur Disposition.
Diese Ankündigung verdeutlicht den Ernst der Lage. Der Konzern will sich von Ballast befreien und die Profitabilität nachhaltig sichern, auch wenn dies kurzfristig Unruhe in die Belegschaft bringt.
Portfolio-Bereinigung und Schuldenabbau
Parallel zum Sparprogramm treibt AMS Osram den Umbau des Portfolios voran. Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro und die Veräußerung der Sparte Specialty Lamps an Ushio sind strategische Meilensteine. Diese Desinvestitionen haben den Verschuldungsgrad bereits auf das 2,5-fache des EBITDA gesenkt und verschaffen dem Unternehmen finanzielle Luft.
Die Aktie honorierte den Kurs zuletzt mit einer Erholung auf aktuell 9,35 Euro, was einem Anstieg von über 4 Prozent auf Wochensicht entspricht. Dennoch notiert das Papier weiterhin rund 32 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, was den verbleibenden Aufholbedarf unterstreicht.
Vorsichtiger Blick in die Zukunft
Ein Wermutstropfen bleibt der Ausblick. Für das laufende erste Quartal 2026 stellt AMS Osram lediglich 760 Millionen Euro Umsatz in Aussicht – deutlich weniger als die von Experten erhofften 791 Millionen Euro. Auch die Margenprognose von 15 Prozent liegt unter dem Konsens.
Das Management führt dies auf saisonale Effekte und die wegfallenden Umsätze durch die Unternehmensverkäufe zurück. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern übergangsweise mit sinkenden Erlösen und Belastungen durch verbleibende Fixkosten. Die Strategie ist klar: AMS Osram schrumpft sich gesund, um als fokussierter Anbieter für digitale Photonik profitabler zurückzukehren. Ob diese Wette aufgeht, wird maßgeblich von der reibungslosen Umsetzung des neuen Sparprogramms abhängen.
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