ams-OSRAM Aktie: Reicht die VCSEL-Wette?
Jefferies erhöhte das Kursziel, während ams-OSRAM neue VCSEL-Technik für Rechenzentren und UV-C-LED-Einsatz meldete.

- Aktie seit Jahresbeginn 154 Prozent höher
- Analog-Sensorgeschäft an Infineon verkauft
- Jefferies hob Kursziel auf 25,50 Franken
- VCSEL-Lösung für Rechenzentren vorgestellt
Die Kursentwicklung von ams-OSRAM spiegelt die tiefgreifenden Veränderungen im Portfolio wider. Nach einer kräftigen Erholung hat sich die Notierung stabilisiert, wobei das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 154 Prozent verzeichnet. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 21,40 Euro konsolidiert der Titel auf erhöhtem Niveau. Anleger wägen derzeit ab, wie sich die Neuausrichtung auf die operative Entwicklung auswirken wird.
Die strategische Bereinigung des Portfolios bildet das Fundament für diese Neubewertung. Mit dem Verkauf des Analog-Sensor-Geschäfts an Infineon vor über einem Monat hat das Unternehmen liquide Mittel freigesetzt und die Grundlage geschaffen, um sich auf renditestärkere Kernbereiche zu konzentrieren.
Am Markt wird dieser Schritt als notwendige Weichenstellung gewertet, um die Verschuldung zu reduzieren und Ressourcen für zukunftsträchtige optische Technologien zu bündeln.
Analystenlob nach strategischen Weichenstellungen
Aufmerksamkeit erhält das Unternehmen auch von Marktbeobachtern. Medienberichten zufolge hob das Analysehaus Jefferies am 23. September das Kursziel für ams-OSRAM von 21,00 auf 25,50 Franken an. Die Einstufung beließ die Bank auf „Buy“. Die Experten sehen damit weiteres Potenzial für den Halbleiterhersteller, der sich nach den Portfolioanpassungen robuster aufgestellt zeigt.
Neue Impulse aus der Verbindungstechnik
Im Zentrum des technologischen Interesses stehen Lösungen für datenintensive Anwendungen. ams-OSRAM stellte vor gut einer Woche eine VCSEL-Lösung für Rechenzentren vor und meldete dabei einen Durchbruch bei 850-nm-Dünnschicht-microVCSELs.
Die Entwicklung zielt direkt auf KI-Rechenzentren ab, in denen extrem schnelle optische Verbindungen benötigt werden.
Spezialanwendungen im Konsumbereich
Parallel dazu treibt das Unternehmen Spezialanwendungen im Beleuchtungs- und Desinfektionssegment voran. Am 21. September gab ams-OSRAM bekannt, dass der koreanische Babyartikelhersteller UPANG eine UV-C-LED des Unternehmens nutzt. Die Komponente OSRAM OSLON UV 3535 wurde in einen Premium-Babyflaschensterilisator integriert. Der Einsatz belegt, dass auch außerhalb des Rechenzentrumsbereichs Nachfrage nach optischen Halbleiterlösungen besteht.
Trotz dieser technologischen Fortschritte bleibt die Umsetzung im Markt entscheidend. Nach dem im Mai verzeichneten 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro muss ams-OSRAM den Nachweis erbringen, dass den Kooperationen und Produktankündigungen messbare Aufträge folgen. Für Investoren wird maßgeblich sein, wie schnell die Neuausrichtung in den Geschäftszahlen sichtbar wird.
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