Ams Osram: Zinskosten halbieren via Infineon-Deal

Der Halbleiterkonzern steht vor der Ablösung teurer Anleihen. Am 7. Mai zeigen Quartalszahlen, ob der Plan aufgeht.

Die Kernpunkte:
  • Hochverzinsliche Anleihen im Visier
  • Infineon-Deal senkt Schuldenlast
  • Q1-Zahlen unter Druck
  • Sparprogramm und microLED-Zukunft

50 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn — und trotzdem fiel die Aktie am Freitag um knapp sieben Prozent. Bei Ams Osram klaffen Momentum und kurzfristige Nervosität gerade weit auseinander. Der eigentliche Test kommt am 7. Mai.

Schuldenabbau als zentrales Versprechen

Das Management hat zwei hochverzinsliche Anleihen im Visier. Die Papiere kosten bis zu 12,25 Prozent Zinsen jährlich — zusammen rund 625 Millionen Euro und 400 Millionen US-Dollar Volumen. Löst Ams Osram sie ab, halbieren sich die jährlichen Finanzierungskosten: von 300 Millionen auf unter 150 Millionen Euro.

Das nötige Kapital kommt aus Unternehmensverkäufen. Ushio zahlte im März 114 Millionen Euro für das Lampengeschäft. Der größere Deal läuft noch: Infineon übernimmt das Analog- und Mixed-Signal-Sensorgeschäft für 570 Millionen Euro. Das Bundeskartellamt soll noch im zweiten Quartal 2026 entscheiden. Fällt das Ja, sinkt der Verschuldungsgrad von 3,3 auf 2,5.

Q1-Zahlen mit Gegenwind

Am 7. Mai legt Ams Osram die Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind bescheiden. Das Unternehmen rechnet mit Erlösen von rund 760 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent — deutlich unter den 18,3 Prozent aus dem Gesamtjahr 2025.

Finanzchef Rainer Irle macht volatile Edelmetallpreise und einen starken US-Dollar verantwortlich. Allein daraus erwartet er Belastungen von rund 50 Millionen Euro im laufenden Quartal. Investoren werden genau prüfen, wie stark diese Effekte das operative Geschäft bremsen — und ob der Infineon-Erlös planmäßig in die Refinanzierung fließt.

Das Analystenbild ist gespalten. UBS-Analyst Harry Blaiklock hob sein Kursziel auf 13,40 CHF an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Barclays-Analyst Simon Coles senkte sein Ziel dagegen auf 10 CHF und blieb bei „Equal Weight“ — als Grund nennt er veränderte Saisonalität bei Smartphone-Einführungen.

Restrukturierung und Technologiestrategie

Parallel läuft das Sparprogramm „Simplify“. Bis 2028 will Ams Osram damit 200 Millionen Euro auf Run-Rate-Basis einsparen. Rund 2.000 Stellen fallen weg, etwa die Hälfte davon in Europa. Regensburg trägt den größten Teil der deutschen Einschnitte.

Längerfristig setzt das Unternehmen auf microLED-Technologie für Rechenzentren. Ein neuer Prototyp zeigt Grenzfrequenzen über 1 GHz bei einem Energieverbrauch unter 2 pJ pro Bit. Das klingt technisch — bedeutet aber konkret: weniger Abwärme, niedrigere Kühlkosten für Rechenzentrumsbetreiber. Ab 2028 soll die Technologie nennenswerte Umsätze liefern, bis 2030 könnten es bis zu fünf Prozent des Konzernertrags sein.

Die Hauptversammlung am 10. Juni wird dann zeigen, ob das Management bis dahin konkrete Fortschritte beim Schuldenabbau vorweisen kann — oder ob der Vorstand mit offenen Fragen in den Aktionärsdialog geht.

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