Amundi Aktie: Clients Group umgekrempelt?

Fünf Führungswechsel und ein neuer Plattformauftrag ergänzen Amundis abgeschlossenen Aktienrückkauf über 500 Millionen Euro.

Die Kernpunkte:
  • Fünf neue Besetzungen in der Clients Group
  • AG2R wählt Fund Channel für Fondsprozesse
  • Aktienrückkauf über 500 Millionen Euro abgeschlossen
  • Quartalszahlen am 29. Oktober angekündigt

Europas größter Vermögensverwalter stellt die Weichen im Vertrieb neu. Am gestrigen Mittwoch kündigte Amundi fünf zentrale Ernennungen innerhalb der sogenannten Clients Group an. Mit der personellen Neuordnung reagiert die Gesellschaft auf veränderte Anforderungen in der Betreuung institutioneller Anleger sowie im weltweiten Vertrieb an Vermögenskunden und Partner.

Die Neubesetzungen erstrecken sich über Kernbereiche des Unternehmens. Neu geregelt wurde unter anderem die Leitung für internationale institutionelle Kunden sowie für institutionelle Kunden im französischen Heimatmarkt. Weitere Führungsrollen betreffen das Segment Distribution & Wealth, den kombinierten Bereich digitale Distribution und ETF-Vertrieb sowie den französischen Vertrieb.

Ausbau der Dienstleistungsplattform

Flankiert wird dieser personelle Schritt von einem operativen Erfolg auf Plattformebene. Ebenfalls am gestrigen Mittwoch wählte die französische Versicherungsgruppe AG2R LA MONDIALE die Plattform Fund Channel aus. Der Dienstleister, der sich im gemeinsamen Besitz von Amundi und CACEIS befindet, soll künftig die operativen Prozesse der offenen Fondsarchitektur in Frankreich und Luxemburg steuern.

Für Amundi bedeutet der Zuschlag eine Festigung der bestehenden Infrastruktur für Fondsplattformen. Das Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Fondsadministration gewinnt neben dem klassischen Asset Management zunehmend an Bedeutung, da institutionelle Partner vermehrt auf automatisierte und standardisierte Abwicklungswege setzen.

Strategische Initiativen und Kapitalmaßnahmen

Die Vertriebsinitiative folgt auf eine Reihe strategischer Weichenstellungen der vergangenen Wochen. Mitte September hatte Amundi für rund 620 Millionen Euro eine wirtschaftliche Beteiligung von 9,9 Prozent an dem britischen Spezialisten ICG erworben.

Verbunden ist dieser Schritt mit einer zehnjährigen Vertriebsvereinbarung, die Amundi den Zugang zu ausgewählten Anlageprodukten für wohlhabende Privatkunden sichert. Geplant ist dabei auch die gemeinsame Entwicklung von Angeboten im Bereich Private-Equity-Zweitmarktanlagen.

Auf der Kapitalseite schloss die Gesellschaft am 18. September ihr Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro ab. Dabei wurden insgesamt 5,9 Millionen Anteile erworben, was rund 2,9 Prozent des Grundkapitals entspricht.

Der Verwaltungsrat beabsichtigt, die Einziehung dieser Papiere bei der Überprüfung der Rechnungslegung am 28. Oktober formell zu beschließen. Vor rund zwei Wochen startete zudem die Mitarbeiterkapitalerhöhung „We Share Amundi“, deren Abschluss für den 22. Oktober angesetzt ist.

Kursentwicklung und anstehende Quartalszahlen

An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die jüngsten Meldungen. Am heutigen Donnerstag gibt die Amundi-Aktie um 2,7 Prozent nach und notiert bei 88,60 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 25 Prozent.

Klarheit über die finanzielle Entwicklung im abgelaufenen Jahresviertel erhalten Investoren in vier Wochen. Am 29. Oktober legt Amundi die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres vor.

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