Andritz Aktie: Auftrag von Nanning Sun Paper
Andritz sichert sich bedeutende chinesische Aufträge für Papier- und Zellstofftechnik und modernisiert parallel den Stammsitz in Graz.

- Chinesische Großaufträge für Papierindustrie
- Auslieferung geplant für Mitte 2027
- Investition in Standortmodernisierung
- Aktie steigt seit Jahresbeginn um 25 Prozent
Der internationale Anlagenbauer Andritz hat gestern den Erhalt bedeutender Aufträge aus der chinesischen Papier- und Zellstoffindustrie gemeldet. Wie das Unternehmen und Medienberichte am Mittwoch bestätigten, hat der Konzern Nanning Sun Paper die Österreicher mit der Ausrüstung für eine neue Produktionslinie und eine Papiermaschine beauftragt. Das Auftragsvolumen bewegt sich im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die neuen Projekte markieren eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen. Der nun verbuchte Auftragseingang wurde bereits im zweiten Quartal 2026 im Auftragsbuch von Andritz erfasst. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen am Standort in China ist für Mitte 2027 geplant. Das Vorhaben ist Teil der umfassenden Expansionsstrategie der Sun Paper Group, die eine Gesamtkapazität von jährlich 5,25 Millionen Tonnen anstrebt.
Technologische Details und Lieferumfang
Der Lieferumfang für Nanning Sun Paper umfasst wesentliche Schlüsselkomponenten für die industrielle Zellstoffherstellung. Dazu gehört eine High-Kappa-Faserlinie, die für eine Kapazität von 1.500 Tagestonnen Weichholz beziehungsweise 2.200 Tagestonnen Hartholz ausgelegt ist. Diese Flexibilität bei der Rohstoffverarbeitung gilt als zentraler Faktor für die Effizienz der Anlage.
Zusätzlich liefert Andritz einen Rückgewinnungskessel, der für eine Verbrennungskapazität von 2.500 Tonnen Schwarzlaugen-Trockensubstanz pro Tag konzipiert ist. Die Anlage arbeitet unter technologisch anspruchsvollen Bedingungen mit einem Betriebsdruck von 105 bar und einer Temperatur von 515 Grad Celsius.
Ebenfalls Teil des Pakets ist eine Weißlaugenanlage, die mit einem CFB-Gasifizierer ausgestattet wird. Diese Technologien dienen dazu, den chemischen Kreislauf in der Produktion zu schließen und die Ressourceneffizienz des chinesischen Werks zu steigern.
Kursentwicklung und Standortsicherung
Parallel zu den Erfolgen auf dem asiatischen Markt investiert das Unternehmen auch in die Infrastruktur am Stammsitz. Gestern wurde bekannt, dass für rund acht Millionen Euro historische Gebäude im südlichen Teil des Firmengeländes revitalisiert werden, während veraltete Eingangsgebäude weichen müssen. Diese Maßnahmen sollen das Erscheinungsbild des Standorts modernisieren und gleichzeitig die historische Substanz bewahren.
An der Börse spiegeln die jüngsten Erfolgsmeldungen und die stabile Auftragslage eine positive Stimmung wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier eine Wertsteigerung von 25 Prozent.
Am gestrigen Mittwoch schloss die Aktie bei 83,40 Euro und notiert damit derzeit lediglich 1,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Damit setzt der Wert seinen seit Monaten anhaltenden Aufwärtstrend fort, gestützt durch die kontinuierliche Akquise von Großprojekten im Bereich der Prozess- und Umwelttechnologie.
Die gestrigen Kursgewinne unterstreichen die Zuversicht der Anleger in die globale Aufstellung des Konzerns, trotz der insgesamt volatilen Rahmenbedingungen im europäischen Industriesektor.
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