Andritz Aktie: Rekordauftragsstand stützt Prognose

Der Auftragsbestand stieg auf 12,73 Milliarden Euro, während Andritz die Umsatz- und Margenziele für 2026 beibehält.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz wächst um 9,2 Prozent
  • Operativer Cashflow steigt auf knapp 320 Millionen Euro
  • Hydropower-Aufträge legen um 34,2 Prozent zu
  • Andritz erwartet 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro Umsatz

Der Auftragseingang stagniert, der Umsatz zieht an, und der Auftragsbestand erreicht ein Rekordniveau. Andritz hat heute Morgen Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, die Stabilität ausstrahlen. Die Aktie reagierte kaum: Sie notierte zur Berichtszeit bei rund 81 Euro, nahezu unverändert zum Vortag.

Wachstum trotz stabiler Aufträge

Der Auftragseingang lag mit 2,17 Milliarden Euro minimal unter dem Vorjahreswert (minus 0,6 Prozent). Es war dennoch das achte Quartal in Folge über der Marke von zwei Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 9,2 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro zu.

Auch die Ertragslage verbesserte sich. Das vergleichbare EBITA stieg um 10,3 Prozent auf 184,9 Millionen Euro, die Marge blieb bei 9,0 Prozent. Das Konzernergebnis wuchs um 14,4 Prozent auf 127,3 Millionen Euro.

Besonders auffällig ist der Cashflow aus dem operativen Geschäft. Er mehr als verdoppelte sich im Quartal auf knapp 320 Millionen Euro.

Wasserkraft trägt, Zellstoff schwächelt

Die Sparten entwickelten sich unterschiedlich. Hydropower verbuchte ein Auftragsplus von 34,2 Prozent, getrieben von Modernisierungen wie dem slowakischen Kraftwerk Gabcíkovo, Generatorausrüstung für Norwegen und Turbinen für ein Pumpspeicherprojekt in Frankreich. Der Umsatz der Sparte stieg um 25,4 Prozent, weil der hohe Auftragsbestand abgearbeitet wird.

Metals legte bei den Aufträgen um 20,8 Prozent zu, allerdings von niedriger Basis aus. Bestellt wurden unter anderem Anlagen zur Stahlverarbeitung in den USA und Indien.

Pulp & Paper bremste. Die Bestellungen sanken um 24,5 Prozent, was vor allem an einem außergewöhnlich starken Vorjahresquartal liegt. In China sicherte sich Andritz weiterhin Aufträge für Zellstoffanlagen und Rückgewinnungskessel. Environment & Energy gab um 6,1 Prozent nach.

Ausblick bestätigt

Der Auftragsstand kletterte auf 12,73 Milliarden Euro, ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber Jahresende 2025. Das gibt dem Konzern Planungssicherheit für die kommenden Quartale.

Die Prognose für 2026 bleibt unverändert: Andritz erwartet einen Umsatz von 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro und eine vergleichbare EBITA-Marge von 8,7 bis 9,1 Prozent.

Die neun Monate liegen mit 8,7 Prozent Marge bereits im Zielkorridor. Mittelfristig peilt der Konzern bis 2029 zehn Milliarden Euro Umsatz und zehn Prozent Marge an, wie auf dem Kapitalmarkttag im Oktober vorgestellt.

Konzernchef Joachim Schönbeck will den hohen Auftragsstand „in profitables Wachstum umsetzen“. Mit dem Umsatzplus von 6,5 Prozent nach neun Monaten und dem Rekordbestand im Rücken wirkt das Gesamtjahresziel erreichbar.

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