Anlegerflucht aus der Aktie von AMD

Das brauchte die Aktie des Halbleiterproduzenten AMD nun wirklich nicht. Nach einer Reduzierung der Umsatzprognose für das zweite Quartal ging der Kurs der Aktie in die Knie. Nachbörslich verloren die Papiere im US-Handel ganze dreizehn Prozent.

 

© Pixabay
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Dabei sind die Schwachstellen nicht neu. Das Unternehmen hinkt hinter dem Konkurrenten Intel hinterher und beklagt ein schwaches Geschäft mit PCs und Grafikkarten. Da der Konzern hier auch nicht mit einer Erholung im laufenden Quartal rechnet, sah man sich zur Senkung der Prognose gezwungen.

 

Hat AMD den Anschluss verpasst?

Bereits das 1. Quartal verlief enttäuschend. Hier verbuchte AMD einen Rückgang beim Umsatz von mehr als 25% auf 1,03 Mrd. Dollar. Letztendlich belief sich der Verlust im Berichtszeitraum auf 180 Mio. Dollar.

Eingeleitete Maßnahmen wie ein Abbau von Arbeitsplätzen und die Konzentration auf Spielekonsolen und stromsparende Server konnten aber bisher nicht den Rückgang im Stammgeschäft kompensieren. Dazu kommt, dass AMD in den Wachstumsmärkten für Chips, welche in Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen, weit hinter der Konkurrenz liegt.

Für das 2. Quartal rechnet das Unternehmen daher mit einem Rückgang der Erlöse von ca. 8% gegenüber dem Vorquartal.

 

Hoffnungen auf Windows

Große Hoffnung legt AMD auf die Einführung des neuen Betriebssystems Windows 10 von Microsoft. Aber: Möglich wäre zwar, dass dadurch mehr PCs verkauft werden, dies wäre jedoch nur eine Art Momentaufnahme, denn anhalten wird dieser Trend nicht.

Insofern können sich dadurch zwar die Umsätze kurzfristig erhöhen, lösen aber das grundlegende Problem von AMD sicher nicht.

 

Anleger verlassen das sinkende Schiff

Auch heute setzt die Aktie ihre starke Abwärtsbewegung fort. Damit wurde auch die wichtige Marke bei 2,00 Euro nach unten durchbrochen. Ein Erreichen des Jahrestiefs bei 1,84 Euro erscheint daher nicht mehr unmöglich.

150707 AMD

Kurzfristiges Erholungspotenzial sehen wir hier nicht. AMD muss sich sozusagen neu erfinden, um dauerhaft die nachlassende Nachfrage im Stammgeschäft entsprechend zu kompensieren.

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