Anthropic Aktie: 65 Milliarden Dollar Runrate im Juli

Anthropic vervierzehnfacht Quartalsumsatz auf 11,5 Mrd. Dollar und erreicht erstmals operative Gewinnzone. IPO mit bis zu 2 Billionen Dollar Bewertung geplant.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung auf 11,5 Milliarden Dollar
  • Erstmals positives operatives Ergebnis erzielt
  • IPO-Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar
  • AWS-Partnerschaft sichert 5 Gigawatt Rechenleistung

Das KI-Unternehmen Anthropic hat im zweiten Quartal 2026 einen massiven Erlösanstieg verzeichnet und damit die Weichen für einen der am stärksten beachteten Börsengänge des Jahres gestellt.

Laut Medienberichten kletterte der vorläufige Quartalsumsatz auf 11,5 Milliarden Dollar, was einer Vervierzehnfachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders bedeutsam für Investoren ist die operative Wende: Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde ein positives bereinigtes Betriebsergebnis erzielt.

Rasantes Wachstum und operative Profitabilität

Die Dynamik des Unternehmens spiegelt sich insbesondere in der annualisierten Umsatzrunrate wider. Wie CNBC berichtet, erreichte diese Kennzahl Ende Juli ein Niveau von 65 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Versiebenfachung innerhalb eines Jahres. Damit zieht Anthropic an seinem Hauptkonkurrenten OpenAI vorbei, dessen Runrate zuletzt mit 40 Milliarden Dollar angegeben wurde. Noch zum Ende des Jahres 2025 lag der Wert für Anthropic bei lediglich 9 Milliarden Dollar, bevor er im Mai 2026 auf 47 Milliarden Dollar stieg.

Laut Forbes ist das Erreichen der Profitabilität auf Starke Bruttomargen bei den Verkäufen über Programmierschnittstellen (APIs) zurückzuführen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026, in dem 4,73 Milliarden Dollar umgesetzt wurden, konnte Anthropic sein Geschäftsvolumen innerhalb weniger Monate mehr als verdoppeln.

Treiber hinter dieser Entwicklung ist die zunehmende Integration von Claude in Unternehmenselektronik und Kodierungswerkzeuge. Daten des Analysedienstes Ramp zufolge nutzten im Juli bereits 43,5 Prozent der US-Unternehmen die Dienste von Anthropic.

IPO-Pläne und Bewertungssprung

Im Vorfeld des für Oktober erwarteten Börsengangs hat Anthropic die Erwartungen der Analysten und Banken offenbar deutlich nach oben geschraubt. Reuters zufolge prognostiziert das Management für das Jahr 2028 einen Umsatz zwischen 190 und 200 Milliarden Dollar. Diese ambitionierten Ziele bilden die Grundlage für die angestrebte Marktbewertung.

Während das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde im Mai (Series H) noch mit 965 Milliarden Dollar bewertet wurde, visieren Investoren für das IPO eine Bewertung von mindestens 2 Billionen Dollar an. Einzelne Marktteilnehmer bezeichnen eine Bewertung von 3 Billionen Dollar bereits als konservativ.

Auf dem Sekundärmarkt und über spezielle Vor-Börsen-Kontrakte an Kryptobörsen wird das Unternehmen bereits höher gehandelt. Diese Kontrakte implizieren derzeit eine Bewertung von rund 1,8 Billionen Dollar, was einen Aufschlag von 88 Prozent gegenüber der letzten privaten Finanzierungsrunde bedeutet. Den vertraulichen Börsenprospekt hatte das Unternehmen bereits am 1. Juni eingereicht.

Strategische Partnerschaften sichern Rechenleistung

Ein wesentlicher Pfeiler für die Skalierung des Geschäftsmodells bleibt die Kooperation mit Amazon Web Services (AWS). Die Partnerschaft umfasst eine Zusage über 5 Gigawatt Rechenleistung und ein Investitionsvolumen von mehr als 100 Milliarden Dollar über das nächste Jahrzehnt. Diese Infrastruktur ist notwendig, um die steigende Nachfrage der mittlerweile über 100.000 Kunden zu bedienen.

Trotz des Wettbewerbsdrucks durch Open-Source-Modelle und Preissenkungen bei der Konkurrenz konnte Anthropic seine Marktposition festigen. Während Open-Weight-Modelle im Juni etwa 29 Prozent des Datenverkehrs über Gateways abwickelten, entfielen auf sie weniger als 4 Prozent der Kundenausgaben.

Anthropic hingegen gelang es, 61 Prozent der Ausgaben in diesem Segment auf sich zu vereinen, obwohl das Unternehmen lediglich 32 Prozent der Token-Menge verarbeitete. Dies unterstreicht die hohe Zahlungsbereitschaft der Unternehmenskunden für die proprietären Modelle des Hauses.

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