Anthropic Aktie: Oktober-IPO mit 1-Billion-Bewertung geplant

Anthropic bereitet Börsengang für Oktober 2026 vor und peilt eine Bewertung von einer Billion US-Dollar an. Das Unternehmen sichert sich Milliarden-Kredite und Rechenkapazitäten.

Die Kernpunkte:
  • IPO-Planung für Oktober 2026
  • Bewertung von einer Billion Dollar angestrebt
  • Milliarden-Kredite bei Großbanken
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber OpenAI

Berichten von MSN und Morningstar zufolge könnte das Unternehmen bereits im Oktober an die Börse gehen und dabei als erster Entwickler von KI-Modellen eine Bewertung von einer Billion US-Dollar erreichen. Zuletzt wurde das von Dario und Daniela Amodei gegründete Unternehmen im Mai 2026 mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet. Um den massiven Kapitalbedarf für die Skalierung der Technologie zu decken, verhandelt das Management derzeit über die Ausweitung bestehender Kreditlinien um mehrere Milliarden US-Dollar. Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan wurden bereits als Konsortialbanken für das Vorhaben benannt.

Strategische Partnerschaften zur Sicherung von Rechenkapazitäten

Ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie ist die Sicherung enormer Rechenleistungen. Anthropic befindet sich in frühen Gesprächen mit Meta über ein Leasing-Geschäft für Rechenkapazitäten im Wert von bis zu 10 Milliarden US-Dollar über eine Laufzeit von zwei Jahren. Dieser Schritt soll die bestehende Infrastruktur ergänzen und die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringern. Parallel dazu unterhält das Unternehmen bereits umfangreiche Abkommen: Laut Reuters zahlt Anthropic monatlich rund 1,25 Milliarden US-Dollar an SpaceX für die Nutzung des Supercomputers Colossus 1. Dieser Vertrag läuft bis Mai 2029.

Zusätzlich hat das Unternehmen einen 20-jährigen Mietvertrag mit dem Rechenzentrumsanbieter TeraWulf abgeschlossen, der ein Volumen von 19 Milliarden US-Dollar umfasst. Ergänzt wird die finanzielle Expansion durch das Gemeinschaftsunternehmen „Ode“, ein Joint Venture mit Blackstone im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar. Die hohen Investitionen spiegeln sich in der Umsatzentwicklung wider. MSN berichtet von einer annualisierten Umsatzrate (Revenue Run Rate) von 47 Milliarden US-Dollar im Mai 2026, was eine signifikante Steigerung gegenüber den 10 Milliarden US-Dollar zum Ende des Vorjahres darstellt.

Professionalisierung und Wettbewerbsdruck aus China

Zur Vorbereitung auf das öffentliche Listing baut Anthropic seine Strukturen für die Aktionärskommunikation massiv aus. Das Unternehmen hat die Stelle eines Directors für Investor Relations ausgeschrieben, wobei das Grundgehalt zwischen 425.000 und 600.000 US-Dollar liegen soll. Seit Juni leitet bereits Kenneth Dorell, ein ehemaliger Meta-Manager, die Abteilung für Investor Relations. Diese personellen Weichenstellungen erfolgen in einer Phase, in der der Wettbewerbsdruck am Markt für KI-Modelle deutlich zunimmt.

Besonders chinesische Konkurrenten fordern die US-Marktführer heraus. Das Modell Kimi K3 von Moonshot AI erreicht mit 2,8 Billionen Parametern in Benchmarks nahezu das Niveau von Anthropics Opus 4.8, wird jedoch zu deutlich geringeren Kosten angeboten. Während Opus 4.8 pro Aufgabe 1,80 US-Dollar kostet, liegt der Preis bei Kimi K3 bei lediglich 0,94 US-Dollar. Analysten warnen zudem vor einem Preisverfall durch Open-Source-Modelle, die teilweise bis zu 99 Prozent günstiger seien als die proprietären Lösungen von Anthropic oder OpenAI.

Vorsprung gegenüber dem Hauptrivalen OpenAI

Trotz des Marktdrucks bescheinigen Experten Anthropic eine starke Position. Im PitchBook AIBQ-Score, einer Kennzahl für die Qualität von KI-Unternehmen, erreicht Anthropic einen Wert von 8,20, während der Konkurrent OpenAI lediglich auf 4,53 kommt. Morningstar berichtet zudem, dass OpenAI einen Börsengang aufgrund hoher Verluste und rechtlicher Auseinandersetzungen auf das Jahr 2027 verschieben könnte. Anthropic hingegen soll im letzten Quartal profitabel gearbeitet haben, was die Attraktivität für Investoren im Hinblick auf das angestrebte Oktober-Datum erhöhen dürfte. Dennoch bleibt die Branche volatil, da hohe Investitionsverpflichtungen – Anthropic plant allein 50 Milliarden US-Dollar für eigene Rechenzentren – die Margen kurzfristig belasten könnten.

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