Anthropic Aktie: Snowflake-Partnerschaft über 200 Millionen
Anthropic darf vorerst nicht als Sicherheitsrisiko gelten und meldet zugleich Fortschritte bei Snowflake, Quartalsgewinn und eigener Chiptechnik.

- Gericht stoppt Einstufung als Sicherheitsrisiko
- Snowflake-Partnerschaft umfasst 200 Millionen Dollar
- Bereinigter operativer Gewinn im zweiten Quartal
- Hardware-Team erhält neue Chipkompetenz
Im juristischen Tauziehen um die Einstufung als Sicherheitsrisiko hat der KI-Entwickler Anthropic am heutigen Montag einen bedeutenden Etappensieg errungen. Die US-Bundesrichterin Rita Lin untersagte dem Verteidigungsministerium (DOD) dauerhaft, das Unternehmen als Risiko für die Lieferkette zu brandmarken.
Das Gericht wertete die im März 2026 vom Pentagon verhängte schwarze Liste als unzulässige Vergeltungsmaßnahme für die öffentliche Kritik des Unternehmens am militärischen Einsatz künstlicher Intelligenz.
Die Entscheidung hebt eine Anordnung auf, nach der Software von Anthropic bis zum 29. September aus den Netzwerken von Verteidigungskomponenten und deren Partnern hätte entfernt werden müssen.
Laut Medienberichten bleibt das Urteil jedoch für sieben Tage ausgesetzt, um der US-Regierung die Möglichkeit zur Berufung zu geben. Parallel dazu ist ein weiteres Verfahren vor einem Berufungsgericht in Washington D.C. anhängig, das eine verwandte Einstufung betrifft.
Trotz dieser rechtlichen Unsicherheiten im Verteidigungssektor konnte das Unternehmen seine Position im zivilen Bereich stärken: Bereits im Juli erreichte Anthropic die „FedRAMP High“-Zertifizierung für seine Plattformen Claude Code und Claude Cowork, was den Einsatz bei US-Zivilbehörden ermöglicht.
Strategische Partnerschaft mit Snowflake und starke Quartalszahlen
Abseits der Gerichtssäle treibt Anthropic seine kommerzielle Expansion voran. Am vergangenen Freitag schloss das Unternehmen eine mehrjährige Partnerschaft mit dem Daten-Spezialisten Snowflake ab. Der Deal hat ein Volumen von 200 Millionen US-Dollar und sieht vor, die Claude-KI-Modelle direkt in die Snowflake Data Cloud zu integrieren. Damit erhalten über 12.000 Unternehmenskunden Zugriff auf die Technologie von Anthropic.
Diese Expansion spiegelt sich auch in der finanziellen Entwicklung wider. Für das zweite Quartal 2026 vermeldete das Unternehmen einen positiven bereinigten operativen Gewinn. Getrieben wurde dieses Ergebnis maßgeblich durch steigende Einnahmen aus dem Schnittstellen-Geschäft (API) für Firmenkunden.
Medienberichten zufolge liegt die annualisierte Umsatzrunrate inzwischen bei 65 Milliarden US-Dollar, was die ursprünglichen Zielmarken für das Jahr 2025 von 9 Milliarden US-Dollar massiv übertrifft. Die Bewertung des Unternehmens nach der Series-H-Finanzierungsrunde im Juni wird auf 965 Milliarden US-Dollar beziffert.
Ausbau der Hardware-Sparte und Chip-Expertise
Um die Abhängigkeit von externen Hardware-Anbietern zu verringern, baut Anthropic seine internen Kapazitäten für Halbleiter massiv aus. Am Mittwoch wurde die Verpflichtung von Amir Salek bekannt gegeben. Salek, der zuvor das Chip-Programm von Google leitete und Führungspositionen bei Nvidia innehatte, übernimmt die Leitung des Teams für kundenspezifische Hardware.
Flankiert wird diese Personalie durch eine langfristige Vereinbarung mit Google und Broadcom. Ab dem Jahr 2027 hat sich Anthropic Kapazitäten im Umfang von mehreren Gigawatt für die nächste Generation von Tensor Processing Units (TPU) gesichert.
Zudem gab es laut Reuters Gespräche über eine Übernahme des Chip-Startups MatX für rund 7 Milliarden US-Dollar. Diese Verhandlungen wurden jedoch inzwischen zugunsten einer strategischen Partnerschaft neu ausgerichtet, um die Entwicklung eigener Rechenbeschleuniger zu forcieren.
Während Anthropic seine Hardware-Basis festigt, halten auch Investoren der ersten Stunde ihre Positionen: Salesforce ist laut regulatorischen Meldungen weiterhin mit einem Anteil im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar an dem KI-Spezialisten beteiligt.
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