Antimony Resources Aktie: 62-Prozent-Crash seit März-Hoch
Antimony Resources kämpft mit Kursverlusten vor dem Ende des chinesischen Exportstopps im November 2026.

- Kurs seit Höchststand um 62 Prozent gefallen
- Chinesischer Exportstopp endet im November
- US-Kredit für Perpetua Resources bewilligt
- Explorer treibt Bald-Hill-Projekt voran
Ein kanadischer Explorer steckt in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite steht eine fesselnde geopolitische These. Auf der anderen Seite lauert die brutale Mathematik einer Aktie. Der Kurs ist seit seinem Höchststand um knapp 62 Prozent eingebrochen. Diese Spannung definiert aktuell die Geschichte von Antimony Resources.
Die Deadline im November
Peking setzt die Exportkontrollen für strategische Metalle vorerst aus. Diese Frist endet im November 2026. Dieses Datum strukturiert das Denken ernsthafter Investoren. Es liefert den wichtigsten Kontext für Antimony Resources. Die Aktie handelt aktuell bei 0,40 Euro. Dennoch zieht sie massive Aufmerksamkeit auf sich.
Ende 2024 verhängte China ein Exportverbot für Antimon. Das Resultat: Nordamerika erhielt praktisch kein Material mehr. Ein temporäres diplomatisches Abkommen brachte etwas Linderung. Strukturell löste es das Problem nicht.
Die Abhängigkeit des Westens ist eklatant. Nordamerika besitzt derzeit keine primären Antimon-Produzenten. Das Metall steckt laut CEO Jim Atkinson in jeder Munition. Es ist unverzichtbar für das Militär.
Ein Milliarden-Signal aus Washington
Regierungen lassen nun Taten folgen. Im Mai 2026 sicherte sich Perpetua Resources einen gewaltigen Kredit. Die US-Export-Import-Bank gewährt rund 2,9 Milliarden US-Dollar. Das Geld fließt in das Stibnite-Projekt in Idaho.
Dieser Schritt validiert den gesamten Sektor. Die US-Regierung stützt heimisches Antimon mit ernsthaftem Kapital. Die USA stufen Antimon offiziell als kritisches Mineral ein. Die Importabhängigkeit liegt laut USGS-Daten bei über 95 Prozent.
Der Engpass bei der Verarbeitung ist ebenso akut. Die einzige US-Schmelze läuft bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Dieses Detail ist für Antimony Resources enorm wichtig. Das Unternehmen plant eine eigene Flotationsanlage. Diese soll hochgradiges Konzentrat direkt an Schmelzen liefern.
Zwei Geschichten im Chart
Reicht das nahende Ende des chinesischen Exportstopps, um den Absturz von den März-Hochs umzukehren? Der Kursverlauf gleicht einem Rorschachtest. Bullen sehen einen massiven Gewinner. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um 457 Prozent zu. Bären blicken auf einen schmerzhaften Absturz. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 1,05 Euro verlor das Papier rund 62 Prozent.
Beide Lesarten stimmen. Der monatliche Verlust von 25 Prozent zeigt eine anhaltende Korrektur. Mit einem RSI von 38,5 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich. Die annualisierte Volatilität liegt bei extremen 141 Prozent. Die Lücke zwischen Multibagger-Fantasie und Kursverfall kann sich täglich schließen oder ausweiten.
Auffällig ist die 200-Tage-Linie bei 0,45 Euro. Der aktuelle Kurs liegt rund zehn Prozent darunter. Ob diese Marke als Widerstand oder Sprungbrett dient, entscheidet der physische Antimon-Markt.
Die Lücke zwischen Story und Zeitplan
Antimony Resources treibt das Bald-Hill-Projekt in New Brunswick voran. Kanada bietet eine enorme Chance für die nordamerikanische Lieferkette. Die kanadische Antimon-Lücke ist längst keine Theorie mehr. Sie ist eine eklatante Schwachstelle in der Rüstungsindustrie.
Auf dem Papier ist der Weg klar. Das Management plant Gespräche über Abnahmeverträge. Ein Genehmigungsantrag soll im vierten Quartal 2026 folgen. Die Berater von SRK prüfen technische und wirtschaftliche Risiken.
Die Folge: ein harter Realitätscheck.
Genau hier liegt die ehrliche Spannung dieser Aktie. Das Makro-Szenario ist extrem stark. Ein kritisches Metall trifft auf einen feindseligen Lieferanten. Regierungen schreiben parallel dazu Schecks in Milliardenhöhe. Antimony Resources bleibt aber ein Explorer. Der Weg vom Bohrkern zur produzierenden Mine dauert Jahre. Das Ende des chinesischen Exportstopps im November 2026 rückt näher. Ob der Kurs dreht, hängt von greifbaren Meilensteinen ab. Das Unternehmen muss liefern, bevor der Markt die Geduld verliert.
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