Antimony Resources Aktie: Bald Hill im Genehmigungsprozess
Antimony Resources treibt das Bald-Hill-Projekt voran und erwartet eine erste Ressourcenschätzung, die über den weiteren Kurs der Aktie entscheiden könnte.

- Aktie verliert seit März stark an Wert
- Management forciert Genehmigungsprozess für Bald Hill
- Erste offizielle Ressourcenschätzung steht noch aus
- Bohrprogramm liefert vielversprechende Antimon-Proben
Wer den Chart von Antimony Resources betrachtet, sieht eine Aktie im Sinkflug. Seit dem Hoch im März bei 1,05 Euro verlor der Wert fast 60 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 0,43 Euro. Ein reiner Spekulationsrausch, der nun in sich zusammenfällt? Diese Lesart greift zu kurz. Hinter den Kulissen treibt das Management eine Transformation voran. Diese reicht weit über reine Explorationsarbeiten hinaus.
Die strukturelle Realität diktiert den Markt. China kontrolliert fast die Hälfte der weltweiten Antimon-Produktion. Die USA fördern seit 2001 kein eigenes Material mehr. Genau hier setzt das Bald-Hill-Projekt an. Es passt perfekt in die westlichen Bemühungen, kritische Lieferketten für Rüstung und Elektronik abzusichern.
Peking verhängte 2024 strikte Exportbeschränkungen. Zwar ruht das direkte Exportverbot in die USA bis Ende November 2026. Ausführer benötigen aber weiterhin Lizenzen aus Peking. Der Hahn bleibt fest zugedreht. Die Folge: Eine klaffende Lücke in den westlichen Verteidigungs-Lieferketten. Antimon ist unverzichtbar für Munition, Flammschutzmittel und militärische Legierungen.
Antimony Resources ändert angesichts dieser Lage die Gangart. Das Unternehmen bohrt nicht nur, es arbeitet am regulatorischen Fundament. Anfang April startete der offizielle Genehmigungsprozess für Bald Hill. Das Beratungsunternehmen GEMTEC entwickelt dafür einen umfassenden Fahrplan. Erste Gespräche mit der Provinzregierung von New Brunswick laufen bereits.
Das ist kein triviales Detail. Viele Junior-Miner bohren jahrelang, bevor sie überhaupt mit Behörden sprechen. CEO Jim Atkinson wählt bewusst einen anderen Weg. Er bindet lokale Behörden und First Nations frühzeitig ein. Das Ziel: Den Genehmigungsprozess drastisch verkürzen. Ende 2026 oder Anfang 2027 will das Unternehmen die formalen Anträge einreichen.
Parallel dazu läuft ein massives Bohrprogramm. Ende April schloss das Team die Definitionsbohrungen in der Hauptzone ab. Satte 25.000 Meter fraßen sich in das Gestein. Die Resultate skizzieren einen gewaltigen Erzkörper. Dieser erstreckt sich über hunderte Meter in Länge und Tiefe. Die Gesteinsproben weisen dabei konstant hohe Antimon-Gehalte auf.
Nun wartet der Markt auf den entscheidenden Katalysator. Die Unternehmensberatung SRK Consultants erstellt die erste offizielle Ressourcenschätzung. Ursprünglich war das Dokument für Ende April oder Anfang Mai geplant. Dann verschob sich der Termin auf Ende Mai. Mitte Juni fehlt von dem Bericht noch immer jede Spur.
Reicht das geologische Potenzial für eine belastbare, prüfbare Zahl? Ein älterer Bericht nannte ein konzeptionelles Ziel von 2,7 Millionen Tonnen. Das war jedoch keine definierte Ressource. Erst der SRK-Bericht wird harte Fakten liefern.
Während der Markt wartet, bohrt das Unternehmen weiter. Das neue Sommerprogramm umfasst 13.000 Meter Erweiterungsbohrungen in der Hauptzone. Hinzu kommen 6.000 Meter in drei neu definierten Zonen. Erste Proben lieferten bereits Spitzenwerte von bis zu 26,9 Prozent Antimon.
Die aktuelle Bewertung spiegelt eine Neukalibrierung wider. Mit einem Jahresplus von über 500 Prozent gehört die Aktie weiterhin zu den meistdiskutierten Werten im Rohstoffsektor. Die extrem hohe annualisierte Volatilität von 137 Prozent passt exakt zu einem Explorer in einem geopolitisch aufgeladenen Markt.
Das langfristige Spiel dreht sich um die Genehmigung. Kurzfristig entscheidet aber der SRK-Bericht über die Richtung. Übertrifft die Schätzung das alte konzeptionelle Ziel, steigt Bald Hill sofort in die globale Spitzenliga der nicht-chinesischen Antimon-Projekte auf. Enttäuscht die Zahl, rücken die Erweiterungsbohrungen in den Fokus. Die nächste Meldung aus New Brunswick wird die Weichen stellen.
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