Antimony Resources Aktie: Ressourcenschätzung bis Ende Juni
Anleger warten gespannt auf die erste offizielle Ressourcenschätzung für das Antimon-Projekt Bald Hill, die bis Ende Juni erwartet wird.

- Aktie verliert seit März-Hoch deutlich
- Erste Ressourcenschätzung bis Ende Juni
- 25.000 Bohrmeter als Datengrundlage
- Strategischer Rückenwind durch US-Bedarf
Die Aktie von Antimony Resources notiert bei 0,45 Euro – ein Minus von gut 4 Prozent an diesem Freitag. Seit dem März-Hoch bei 1,05 Euro hat das Papier mehr als die Hälfte an Wert verloren. Der Grund: Anleger warten auf das, was für das Unternehmen zum wichtigsten Ereignis des Jahres werden dürfte: die erste offizielle Ressourcenschätzung für das Antimon-Projekt Bald Hill in New Brunswick, Kanada.
Maiden Resource bis Ende Juni
CEO Jim Atkinson hat ein klares Datum genannt: Bis Ende Juni soll die erste NI-43-101-konforme Ressourcenschätzung vorliegen. Erstellt wird sie von SRK Consultants aus Toronto – einer Firma mit spezifischer Antimon-Expertise. Das technische Konzept weist ein Zielvolumen von rund 2,7 Millionen Tonnen mit Gehalten zwischen 3 und 4 Prozent Antimon aus. Die Mineralisierung erstreckt sich über 700 Meter Länge und 350 Meter Tiefe.
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Das Unternehmen hat jedoch klargestellt: Die bisher gemeldeten hochgradigen Stibnit-Abschnitte sind vorläufig. Es wurden noch nicht genügend Arbeiten durchgeführt, um eine gesicherte Ressource auszuweisen.
25.000 Bohrmeter als Datengrundlage
Das Definitionsbohrprogramm wurde am 28. April 2026 abgeschlossen – insgesamt 25.000 Meter aus 77 Bohrlöchern seit April 2025. Allein auf der Hauptzone kamen 13.000 Meter in 43 Bohrlöchern zusammen. Die Proben werden bei Activation Laboratories in Ontario ausgewertet, Ergebnisse werden drei bis vier Wochen nach Programmende erwartet.
Besonders beachtlich: In einer Mitteilung vom 13. Mai meldete Antimony Resources Stibnit-Kernintervalle mit Gehalten von bis zu 26,9 Prozent Antimon sowie weitere Abschnitte mit 6,9 Prozent – innerhalb mineralisierter Mächtigkeiten von bis zu 15 Metern.
Genehmigungen und Offtake – parallele Spuren
Bereits im April 2026 hat das Unternehmen GEMTEC Consulting Engineers and Scientists beauftragt, einen formellen Genehmigungsfahrplan für Bald Hill zu erstellen. Erste Gespräche mit den Provinzbehörden in New Brunswick, dem Gemeinderat und dem Ministerium für indigene Angelegenheiten laufen. Ein formeller Genehmigungsantrag ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen. Unklar ist noch, ob eine bundesstaatliche Umweltprüfung nötig wird – die Diskussionen dazu laufen.
Parallel führt Antimony Resources erste Gespräche mit Metallhändlern über mögliche Abnahmeverträge. Bei einem kritischen Mineral wie Antimon kann es ein entscheidender Vorteil sein, bereits vor Produktionsbeginn Käufer gesichert zu haben.
Strategischer Rückenwind aus den USA
Die Branche liefert derzeit den passenden Rahmen. Perpetua Resources treibt das Stibnite-Gold-Projekt in Idaho voran – das einzige US-Bergwerk, das nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums bis 2029 ausreichend Antimon für den Verteidigungsbedarf liefern könnte. Ein Bundesgericht hat Ende Mai eine einstweilige Verfügung von Projektgegnern abgewiesen, der Bau läuft weiter.
Der geopolitische Hintergrund verschärft die Lage zusätzlich. China hat das Exportverbot für Antimon in die USA zwar bis November 2026 ausgesetzt, verlangt aber weiterhin Exportlizenzen. Nur elf Unternehmen dürfen das Metall derzeit ins Ausland liefern. China fördert 48 Prozent der weltweiten Antimon-Produktion und liefert 63 Prozent der US-Importe. Die USA selbst fördern seit 2001 kein Antimon mehr.
Der Antimon-Referenzpreis liegt bei 51,80 Dollar pro Kilogramm – ein Anstieg von rund 172 Prozent seit Anfang 2024. Der globale Antimon-Markt, derzeit auf 2,4 bis 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, soll bis 2034/35 auf 4,1 bis 4,4 Milliarden Dollar wachsen.
Bohrungen laufen weiter
Noch während die Branche auf die Ressourcenschätzung wartet, dreht sich der Bohrkran weiter. Mitte Mai startete Antimony Resources ein vollfinanziertes 11.000-Meter-Programm auf Satelliten-Zonen. Schwerpunkte: die Marcus-West-Zone mit Stibnit-Aufschlüssen von bis zu 11 Metern Mächtigkeit, die BH-Central-Zone (2,8 Prozent Antimon über 8,1 Meter) und die BH-South-Zone (9,04 Prozent über 2,6 Meter und 12,32 Prozent über 1,7 Meter). Rund drei Kilometer südlich von Bald Hill haben Bodenproben auf dem Second-Run-Claim-Block drei Anomalien mit Antimon-Konzentrationen zwischen dem Fünf- und Vierzigfachen des natürlichen Hintergrunds identifiziert.
Für den Aktienkurs bleibt die Ressourcenschätzung der entscheidende Wendepunkt. 583 Prozent Plus auf Zwölfmonats-Sicht, aber 57 Prozent unter dem März-Rekord – die Aktie spiegelt die Ungeduld des Marktes wider. Solange die Zahl von SRK Consultants nicht auf dem Tisch liegt, basiert die Bewertung auf Erwartungen, nicht auf messbaren Reserven. Am 30. Juni könnte sich das ändern.
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