Antofagasta Aktie: 4,8-Prozent-Rutsch nach Prognosesenkung

Antofagasta verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Gewinnsprung, senkt jedoch wegen schwerer Unwetter in Chile seine Jahresziele für die Kupferproduktion.

Die Kernpunkte:
  • Vorsteuergewinn steigt um 72 Prozent
  • Unwetter in Chile senken Produktionsprognose
  • Zwischendividende um 81 Prozent erhöht
  • Aktie fällt nach Prognosesenkung um 4,8 Prozent

Antofagasta hat für das erste Halbjahr 2026 einen massiven Ergebnisanstieg gemeldet, sieht sich jedoch aufgrund extremer Wetterereignisse in Chile zu einer Senkung seiner Produktionsziele gezwungen.

Während das Unternehmen von deutlich gestiegenen Kupfer- und Goldpreisen profitierte, beeinträchtigten schwere Unwetter den Betrieb in den Kernminen. Die Aktie reagierte gestern mit einem Kursverlust von 4,8 Prozent auf diese Entwicklung und schloss bei 42,80 €.

Starke Finanzzahlen und deutliche Dividendenerhöhung

Trotz der operativen Herausforderungen blickt das Bergbauunternehmen auf ein finanziell erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, das am 30. Juni 2026 endete. Der Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 72 Prozent auf rund 2 Milliarden US-Dollar.

Auch der Umsatz legte kräftig zu und erreichte 4,48 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 18 Prozent entspricht. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Marktumfeld: Der durchschnittlich realisierte Kupferpreis kletterte um 36 Prozent, während der Goldpreis sogar um 46 Prozent anzog.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verbesserte sich um 27 Prozent auf 2,84 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Antofagasta die Erwartungen vieler Marktteilnehmer; die Analysten von BMO Capital Markets merkten an, dass der bereinigte Gewinn etwa 15 Prozent über ihren Schätzungen lag.

In der Folge kündigte das Unternehmen eine Zwischendividende von 30,1 US-Cent pro Aktie an, was einer Steigerung von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Netto-Cashkosten konnten zudem um 8 Prozent auf 1,22 US-Dollar pro Pfund Kupfer gesenkt werden.

Unwetter in Chile zwingen zur Prognosesenkung

Der positive Finanzausweis wurde jedoch von einer Korrektur der Produktionsziele überschattet. Antofagasta senkte die Prognose für die Kupferförderung im Gesamtjahr 2026 auf 625.000 bis 655.000 Tonnen.

Zuvor war das Management noch von einer Spanne zwischen 650.000 und 700.000 Tonnen ausgegangen. Grund für die Anpassung sind außergewöhnlich heftige Regenfälle und Schneefälle in der Region Coquimbo, die zum Ausrufen eines Katastrophenzustands führten.

Besonders betroffen war die Mine Los Pelambres, wo der Betrieb zeitweise eingestellt werden musste. Laut CEO Iván Arriagada handelte es sich um die schwersten Stürme seit Beginn der dortigen Aktivitäten. Die Wetterextreme führten zu Schäden an Pipelines und erforderten aufwendige Reparaturen am Wassermanagementsystem.

Die Kupferproduktion im ersten Halbjahr sank infolgedessen um 9 Prozent auf 285.000 Tonnen. Am Kapitalmarkt sorgte die reduzierte Prognose für Ernüchterung; mit dem jüngsten Kursrückgang notiert der Wert nun rund 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 51,96 €.

Strategische Investitionen und Ausblick bis 2027

Trotz der kurzfristigen wetterbedingten Rückschläge hält Antofagasta an seinen langfristigen Wachstumsplänen fest. Das Unternehmen investiert massiv in die Erweiterung seiner Kapazitäten und die Sicherung der Wasserversorgung.

Rund 900 Millionen US-Dollar fließen in ein neues Wasserprojekt für die Zaldívar-Mine, das die Lebensdauer des Standorts bis in das Jahr 2051 verlängern könnte. Die Nettoverschuldung stieg per Ende Juni auf 3,97 Milliarden US-Dollar an, was vor allem auf die hohen Investitionsausgaben (Capex) von 1,67 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr zurückzuführen ist.

Für die kommenden Jahre zeigt sich das Management optimistisch. Die strategischen Großprojekte Centinela und die Erweiterung von Los Pelambres befinden sich laut Unternehmensangaben im Zeitplan. Ab dem Jahr 2027 wird durch diese Vorhaben eine Steigerung der Kupferproduktion um etwa 30 Prozent erwartet.

Während die strukturelle Nachfrage nach Kupfer durch den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und die globale Energiewende als hoch eingeschätzt wird, bleiben operationale Risiken durch sinkende Erzgehalte und klimatische Extreme in Chile bestehen.

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