Apple Aktie: 6-Prozent-Einbruch trotz Quartalsplus

Trotz besserer Q3-Zahlen als erwartet verliert die Apple-Aktie nachbörslich. Grund sind schwache Service-Umsätze und Lieferkettenwarnungen.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn und Umsatz übertreffen Prognosen
  • Service-Segment verfehlt Analystenerwartungen
  • Lieferkettenwarnung trübt Ausblick
  • Analysten senken Rating und Kursziel

Apple hat am Donnerstag Zahlen zum dritten Fiskalquartal vorgelegt, die auf den ersten Blick über den Erwartungen lagen – und wurde an der Börse trotzdem abgestraft. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,91 Dollar und damit über der Analystenschätzung von 1,89 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 109,42 Milliarden Dollar, ebenfalls mehr als die erwarteten 108,65 Milliarden Dollar. An der Wall Street brach die Aktie nachbörslich trotzdem um mehr als 6 Prozent ein.

Quartalszahlen mit Licht und Schatten

Der Blick auf die Segmente erklärt die Nervosität der Anleger. Der iPhone-Umsatz stieg auf 54,25 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 53,86 Milliarden Dollar deutlich. Die Service-Sparte, seit Jahren Wachstumstreiber und Margenbringer des Konzerns, verfehlte dagegen mit 30,74 Milliarden Dollar die Erwartung von 31,22 Milliarden Dollar. Hinzu kam eine Warnung vor Lieferkettenproblemen und einer Speicherknappheit, die die kommenden Monate belasten könnte. Für September kündigte Apple den Start des neuen iPhone sowie einer überarbeiteten Siri-Version mit Google-Technologie an.

Analysten uneins über die Aussichten

Die Reaktion der Analysten fiel gemischt aus. Das Analysehaus Chinese Renaissance senkte sein Rating für die Aktie von Kaufen auf Halten und kappte das Kursziel von 329 auf 280 Dollar – eine der deutlicheren Herabstufungen seit Langem. Der breitere Analystenkonsens zeigt sich davon bislang unbeeindruckt: Die mehrheitliche Einschätzung lautet weiterhin auf ein moderates Kaufvotum, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 328,78 Dollar. Die Spanne zwischen Skeptikern und Optimisten dürfte sich in den kommenden Wochen an der Frage entscheiden, ob sich die Lieferkettenprobleme tatsächlich auflösen oder das Weihnachtsquartal belasten.

Zollrückerstattung und neue Fertigung in Brasilien

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Nachricht aus Washington: Apple erhielt vom US-amerikanischen Staat rund 2,2 Milliarden Dollar an Zollrückerstattungen, nachdem der Supreme Court branchenweite Importzölle gekippt hatte. Es handelt sich um die Rückzahlung bereits entrichteter Abgaben, nicht um eine neue Subvention – Preissenkungen für Kunden sind damit nicht verbunden. Das Geld soll stattdessen in heimische Fertigung und Innovation reinvestiert werden.

Parallel baut der Konzern seine Fertigungsbasis in Lateinamerika weiter aus. Beim Auftragsfertiger Foxconn im brasilianischen Jundiaí läuft inzwischen die Produktion des iPhone 17, die Geräte tragen dort den Zusatz „BR/A“. Die lokale Fertigung soll vor allem Steuervorteile und logistische Vorteile sichern – eine Preissenkung ist damit ausdrücklich nicht zwangsläufig verbunden.

iPhone 18 Pro und Kursniveau

Auch beim nächsten großen Produktzyklus gibt es neue Details. Laut dem Leaker „Fixed Focus Digital“ soll das Gehäuse des iPhone 18 Pro um rund 2 Millimeter dicker ausfallen als beim aktuellen Modell mit 8,75 Millimetern. Grund sei ein neues Kamerasystem mit variabler Blende. Die Vorstellung wird weiterhin für September erwartet.

An der Börse zeigte sich die Aktie von den gemischten Signalen zuletzt wenig beeindruckt. Im deutschen Handel schloss sie am Donnerstag bei 271,20 Euro, ein Plus von 0,61 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 16,75 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch fehlen aktuell noch rund 10 Prozent. Ob der jüngste Kursrückgang in den USA nach den Quartalszahlen im deutschen Handel noch nachwirkt, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen – die eigentliche Nagelprobe für die Aktie bleibt aber die Frage, wie schnell Apple die angesprochenen Lieferkettenprobleme in den Griff bekommt.

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