Apple Aktie: Bewertung bremst
Raymond James stuft Apple auf 'Halten' zurück, da die Aktie viele positive Erwartungen bereits eingepreist hat. Der Wechsel im Finanzressort und Gewinnmitnahmen von Investoren unterstreichen die Vorsicht.

- Analysten-Herabstufung auf 'Market Perform' bei Apple
- Hohe Bewertung spiegelt iPhone-17-Zyklus bereits wider
- Wechsel im Finanzvorstand und institutionelle Gewinnmitnahmen
- Aktie notiert deutlich über langfristigen Durchschnitten
Apple startet mit Gegenwind ins neue Jahr. Ein frischer Analystenkommentar stellt weniger die Stärke des Geschäfts, sondern vor allem die hohe Bewertung in den Mittelpunkt. Damit rückt eine Frage in den Fokus: Wie viel Zukunftsfantasie steckt bereits im Kurs?
Raymond James bremst die Rally
Auslöser für die nachlassende Zuversicht ist eine neue Einschätzung von Raymond James. Das Analysehaus hat die Berichterstattung über Apple wieder aufgenommen – allerdings nur noch mit „Market Perform“ (Halten) statt zuvor „Outperform“. Inhaltlich ist das weniger eine Fundamentalkritik als ein Signal: Auf dem aktuellen Niveau sehen die Experten begrenztes Aufwärtspotenzial.
Analystin Melissa Fairbanks betont, dass das operative Fundament von Apple weiterhin solide sei. Problematisch sei aus ihrer Sicht vor allem die Bewertung. Die Aktie werde mit rund dem 31‑fachen der erwarteten GAAP-Gewinne für das Geschäftsjahr 2027 gehandelt. Aus Sicht von Raymond James spiegelt dieser Aufschlag bereits wesentliche Erträge aus dem erwarteten iPhone‑17‑Zyklus sowie dem Wachstum im Servicegeschäft wider.
Damit argumentiert das Haus, dass viele der positiven Effekte, auf die Anleger spekulieren, im Kurs bereits enthalten sind. Das begrenzt aus Analystensicht die Chancen für eine schnelle Fortsetzung der Kursrally. Die Herabstufung sorgte am Freitag für spürbaren Verkaufsdruck, nachdem die Aktie im Tagesverlauf zunächst fester gestartet war.
Managementwechsel und vorsichtige Institutionelle
Parallel dazu meldete Apple eine wichtige Personalie im Finanzbereich. Ben Borders übernimmt die Rolle des Principal Accounting Officer und folgt damit auf Chris Kondo. Der Wechsel wurde zum Donnerstag wirksam und am Freitag offiziell bestätigt. Für sich genommen ist das keine Krise, aber in einer Phase erhöhter Bewertung achten Investoren besonders genau auf Veränderungen im Finanzressort.
Auf der Eigentümerseite zeigen jüngste Meldungen zudem leichte Zurückhaltung institutioneller Investoren. So hat Allen Mooney & Barnes Investment Advisors im dritten Quartal seine Beteiligung an Apple um 3,6 % reduziert und knapp 5.000 Aktien verkauft. Solche Schritte werden häufig als Gewinnmitnahmen auf höherem Kursniveau interpretiert, insbesondere wenn Analysten parallel auf ein ungünstigeres Chance-Risiko-Verhältnis hinweisen.
Technisches Bild und Kennzahlen
Auch charttechnisch ist die Lage nicht mehr so entspannt wie noch vor wenigen Wochen. Die Aktie schloss am Freitag bei 271,01 US‑Dollar und liegt damit nur gut ein Prozent unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über den mittelfristigen Durchschnittslinien. Zum 50‑Tage-Durchschnitt besteht ein Aufschlag von rund 12 %, zum 200‑Tage-Durchschnitt sogar von mehr als 30 % – ein Hinweis auf einen bereits weit gelaufenen Aufwärtstrend.
Wichtige Daten im Überblick:
- Schlusskurs Freitag: 271,01 US‑Dollar
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –1 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief: gut +71 %
- RSI (14 Tage): 56,7 (neutraler Bereich)
- 30‑Tage-Volatilität (annualisiert): 54,23 %
Der RSI signalisiert derzeit weder eine klare Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation. Die Kombination aus hohem Abstand zu den langfristigen Durchschnitten und neutralem Momentum passt jedoch zur Einschätzung von Raymond James, dass der Markt viele positiven Erwartungen bereits eingepreist hat.
Ausblick bis zu den Quartalszahlen
Der nächste klare Fixpunkt für neue Impulse ist der anstehende Zahlenbericht am 29. Januar 2026. Raymond James rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatzplus von 8 %, weist aber darauf hin, dass die Hardware-Zyklen – vor allem beim iPhone – weiterhin der entscheidende Treiber bleiben. Enttäuschungen in diesem Bereich könnten bei der aktuellen Bewertung stärker durchschlagen.
Für die kommenden Wochen bleibt damit vor allem entscheidend, ob Apple mit den Quartalszahlen und dem Ausblick neue Wachstumsfantasie jenseits der bereits eingepreisten iPhone‑ und Serviceerwartungen liefern kann. Bleiben die Signale im Rahmen der bisherigen Prognosen, dürfte der Titel eher mit einem ausgewogenen Chance-Risiko-Profil in das Zahlenwerk gehen, bei dem positive Überraschungen genauso schnell verarbeitet werden wie mögliche Dämpfer.
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