Apple Aktie: BofA streicht sie von der Top-Liste
Trotz unverändertem Kauf-Rating nimmt BofA Apple aus ihrer Auswahl; die Quartalszahlen erscheinen am 2. November.

- BofA ändert interne Aktienpriorität
- Kaufempfehlung und Kursziel bleiben bestehen
- Kursziele reichen von 245 bis 400 US-Dollar
- Apple meldete 56,5 Millionen iPhone-Auslieferungen
Vor den Quartalszahlen am Montag ändert die Bank of America ihre Prioritäten. Sie hat Apple von der U.S. 1 List gestrichen, ihrer Auswahl der aussichtsreichsten Anlageideen. Das Rating bleibt unverändert bei „Kaufen“.
Liste geändert, Urteil nicht
Das Ausscheiden ist keine Herabstufung. Analyst Wamsi Mohan führt weiterhin ein Kursziel von 370 US-Dollar. Die Liste verschiebt also die interne Priorisierung, nicht die Einschätzung zur Aktie. Vorbörslich gab der Titel zeitweise knapp ein Prozent nach, auf rund 345 US-Dollar.
Zuletzt schloss die Aktie bei 348,91 US-Dollar, nicht weit vom Jahreshoch bei 351,73 US-Dollar. In sechs Monaten legte sie rund 29 Prozent zu. Der Börsenwert liegt bei gut fünf Billionen Dollar.
Analysten uneins
Das Bild bleibt gemischt. Loop Capital senkte Apple von „Buy“ auf „Hold“ und setzt das Ziel bei 330 US-Dollar. Das Haus verweist auf gestrichene iPhone-Auslieferungen im zweiten Halbjahr, schwächere Pro-Verkäufe und steigende Speicherkosten. MoffettNathanson kappte das Ziel von 304 auf 283 US-Dollar.
Auf der anderen Seite stehen Optimisten:
- Evercore ISI: Outperform, Ziel 380 US-Dollar
- Bernstein: Outperform, Ziel 370 US-Dollar
- Monness, Crespi, Hardt: Buy, Ziel angehoben von 335 auf 355 US-Dollar
Insgesamt reichen die Kursziele am Markt von 245 bis 400 US-Dollar.
Erste Zahlen unter neuem Chef
Am 2. November legt Apple nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Es ist die erste Bilanz unter dem neuen CEO John Ternus. Für das Septemberquartal hatte der Konzern ein Umsatzplus von 9 bis 11 Prozent in Aussicht gestellt und zugleich vor zunehmenden Lieferengpässen gewarnt. Die neuen Pro-Modelle kamen erst am 18. September, im Quartal fallen daher nur gut sieben Verkaufstage an.
Der Markt ist in Summe weniger skeptisch, als die Listenänderung vermuten lässt. Weltweit sanken die Smartphone-Auslieferungen im dritten Quartal laut Marktforschern um 20 Prozent, Apple lieferte dagegen mit 56,5 Millionen iPhones so viele aus wie im Vorjahr. Der Marktanteil stieg von 18 auf 22 Prozent.
Der Optionsmarkt preist nach den vorliegenden Daten einen Ausschlag von rund 3,6 Prozent nach den Zahlen ein. Morgan Stanley erwartet für das Dezemberquartal nur ein niedriges bis mittleres einstelliges Wachstum. Der Ausblick auf das Weihnachtsquartal dürfte deshalb am Montagabend mehr Gewicht haben als die Septemberzahlen selbst.
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