Apple Aktie: Intel-Deal und Preisdruck

Apple kündigt Chipfertigung mit Intel in den USA an, während CEO Cook höhere Preise für iPhones und andere Geräte bestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Chip-Partnerschaft mit Intel in den USA
  • Preiserhöhungen für Apple-Produkte bestätigt
  • KI-Boom treibt Speicherchip-Kosten
  • BofA bekräftigt Kaufvotum trotz Margendruck

Zwei Nachrichten treffen Apple-Anleger heute gleichzeitig — und beide haben es in sich. US-Präsident Donald Trump hat auf Truth Social angekündigt, dass Apple künftig eigene Prozessoren gemeinsam mit Intel in den USA designen und fertigen lässt. Parallel dazu bestätigt CEO Tim Cook, was sich seit Monaten abzeichnete: Preiserhöhungen für Apple-Produkte sind nicht mehr zu verhindern.

Chip-Partnerschaft mit Intel

Der angekündigte Deal zwischen Apple und Intel käme für beide Seiten zu einem strategisch günstigen Moment. Apple sucht nach Wegen, die Abhängigkeit von asiatischen Chiplieferanten zu reduzieren — politisch wie wirtschaftlich. Intel wiederum braucht dringend Großaufträge, um seine Foundry-Ambitionen zu untermauern. Erste Berichte über eine Annäherung kursierten bereits Ende 2025. Nun hat Trump dem Vorhaben öffentlichen Rückenwind gegeben.

KI-Boom verteuert Hardware

Das zweite Thema ist struktureller Natur. Der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren hat die Nachfrage nach Speicherchips so weit in die Höhe getrieben, dass die verfügbaren Kapazitäten der Hersteller seit Monaten nicht ausreichen. Die Folge: stark steigende Einkaufspreise, die Apple bislang über langfristige Lieferverträge abfedern konnte. Diese Puffer sind offenbar erschöpft.

Cook sprach von „riesigen“ Kostensteigerungen. Konkrete Angaben zu Zeitpunkt, Ausmaß oder betroffenen Produkten machte er nicht. Die nächste iPhone-Generation wird wie üblich im Herbst erwartet — das dürfte der erste sichtbare Test für die neue Preisstrategie werden.

Bank of America bekräftigt trotz der Margenunsicherheiten ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 380 Dollar. Die Analysten hatten Preiserhöhungen von rund 100 Dollar je Gerät bereits eingepreist und erhöhen ihre Annahmen nun um weitere 100 Dollar für die Pro- und Pro-Max-Modelle. Mac und iPad sollen ebenfalls teurer werden, bei gleichzeitig leicht sinkenden Absatzerwartungen. BofA sieht zwar zusätzlichen Margendruck im Produktgeschäft, erwartet aber stabile bis leicht steigende Margen im Servicebereich als Ausgleich.

Für Apple ist die Lage damit zweigeteilt: Der Intel-Deal könnte langfristig die Chipversorgung sichern und politisch punkten. Kurzfristig aber gilt es, Kunden von höheren Preisen zu überzeugen — in einem Umfeld, in dem Nintendo und Sony bereits vorangegangen sind und die Konsumbereitschaft noch ungetestet bleibt.

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