Apple Aktie: John Ternus übernimmt am 1. September

Apple schafft Core Technology Fee ab und stellt neue Provisionsmodelle vor. John Ternus übernimmt im September die CEO-Rolle von Tim Cook.

Die Kernpunkte:
  • Neue EU-Gebührenstruktur ab Oktober
  • Tim Cook übergibt an John Ternus
  • Steigende Speicherkosten belasten Marge
  • Analysten sehen gemischte Kursziele

Der Technologiekonzern Apple bereitet sich auf einen doppelten Umbruch vor. Während das Unternehmen am heutigen Mittwoch die Bedingungen für App-Entwickler in der Europäischen Union grundlegend reformiert, rückt zugleich der Führungswechsel an der Spitze des wertvollsten Unternehmens der Welt näher.

In den kommenden Wochen wird John Ternus den langjährigen CEO Tim Cook ablösen, während neue Gebührenstrukturen und steigende Produktionskosten die künftigen Margen bestimmen.

Umbau im EU-App-Store zum 1. Oktober

Apple reagiert auf den regulatorischen Druck der EU-Kommission und passt seine Geschäftsbedingungen für den digitalen Binnenmarkt an. Ab dem 1. Oktober 2026 wird die umstrittene „Core Technology Fee“ abgeschafft.

An ihre Stelle tritt laut Unternehmensangaben eine neue „Core Technology Commission“ in Höhe von 5 % auf digitale Transaktionen, die außerhalb des offiziellen App Stores abgewickelt werden. Gleichzeitig entfallen bisherige Gebühren wie die „Initial Acquisition Fee“ und die „Store Services Fee“.

Die neuen Provisionssätze sind gestaffelt: Für Käufe innerhalb des App Stores über Apples eigenes Bezahlsystem fallen künftig 26 % an. Nutzen Entwickler alternative Zahlungsmethoden, reduziert sich dieser Satz auf 20 %, während für Transaktionen über externe Links 15 % fällig werden. Für kleine Unternehmen gelten vergünstigte Sätze von 15 % beziehungsweise 10 %.

Die EU-Kommission begrüßte diese Schritte gestern als notwendige Maßnahme zur Einhaltung des Digital Markets Act (DMA). Apple hatte bereits im April 2025 eine Strafe von 500 Millionen Euro wegen Verstößen gegen diese Regeln zahlen müssen. Bei künftigen Zuwiderhandlungen drohen laut Behördenangaben tägliche Strafzahlungen von über 50 Millionen Euro.

Führungswechsel und Herausforderungen für John Ternus

Parallel zur regulatorischen Neuausrichtung steht Apple vor einem personellen Wendepunkt. Tim Cook wird am 1. September als CEO zurücktreten und die Rolle des Executive Chairman übernehmen. Sein Nachfolger wird der bisherige Hardware-Experte John Ternus.

Cook hinterlässt ein Unternehmen, das erst am 30. Juli dieses Jahres kurzzeitig eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen US-Dollar erreichte. In seiner Amtszeit seit 2011 stieg der Aktienkurs um rund 2.180 %.

Ternus übernimmt die Führung in einer Phase, in der die Wall Street verstärkt auf die KI-Strategie und die Kostenkontrolle blickt. Analysten weisen darauf hin, dass die Produktionskosten für das kommende iPhone 18 Pro aufgrund massiv steigender Preise für Speichermodule um fast 40 % steigen könnten.

Laut Daten von Morgan Stanley könnten die Preise für DDR4-Speicher im laufenden Quartal um 50 % zulegen, da Kapazitäten zunehmend für High-Bandwidth-Memory (HBM) im KI-Bereich reserviert werden.

Apple steht somit vor der Entscheidung, diese Kostensteigerungen durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben oder eine geringere Bruttomarge in Kauf zu nehmen. Für das vierte Quartal prognostiziert das Management bereits eine Bruttomarge zwischen 47 % und 48 %.

Analystenstimmen und Marktpositionierung

Am gestrigen Dienstag zeigte sich die Apple-Aktie an den US-Börsen als robuster „sicherer Hafen“. Während der Nasdaq-100 deutlich verlor, legte das Papier um 1,5 % zu. Marktbeobachter begründen dies mit der im Vergleich zu anderen Tech-Giganten geringeren Belastung durch undurchsichtige KI-Investitionsverpflichtungen.

Während Unternehmen wie Meta oder Alphabet Milliarden in Infrastruktur investieren, ohne sofortige Erträge nachzuweisen, wird Apple von Investoren derzeit defensiver bewertet.

Die Analysten von Rothschild & Co Redburn sehen für die Aktie erhebliches Potenzial und haben ein Kursziel von 400 US-Dollar ausgegeben. Sie verweisen auf die starken Service-Umsätze, die zuletzt 30,7 Milliarden US-Dollar erreichten. Skeptischer äußert sich hingegen das Analysehaus Jefferies, das ein Kursziel von 263,66 US-Dollar nennt und die Aktie mit „Underperform“ einstuft, wobei vor allem die hohen Speicherkosten als Risiko angeführt werden.

An den hiesigen Handelsplätzen notiert das Papier aktuell bei 266,25 €. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein Plus von 15 %. Mit einem Abstand von 9,9 % zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt der langfristige Aufwärtstrend vorerst gewahrt, auch wenn das Papier zuletzt rund 12 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 29. Juli notierte. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den 1. September, wenn Ternus offiziell das Ruder übernimmt.

Anzeige

Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:

Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Apple: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Apple