Apple Aktie: John Ternus übernimmt am 1. September

Apples effiziente KI-Strategie überzeugt Anleger, während steigende Chipkosten und der anstehende Quartalsbericht die Aktie bewegen.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 52-Wochen-Hoch
  • Schlanker KI-Ansatz mit Partnern
  • Steigende DRAM-Kosten belasten
  • Quartalszahlen am Donnerstag erwartet

An der Börse wird die strategische Ausrichtung von Apple derzeit mit Kursgewinnen belohnt. Am Freitag schloss das Papier bei 293,05 € und damit nur noch 0,63 % unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch. Investoren honorieren dabei insbesondere die Entscheidung des iPhone-Herstellers, bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) auf ein kapitalarmes Modell zu setzen, anstatt wie viele Konkurrenten massiv in eigene Infrastruktur zu investieren. Mit einer Marktkapitalisierung von 4.152,88 Milliarden € festigt das Unternehmen seine Position als einer der wertvollsten Konzerne weltweit.

Effizienz im Fokus der Investoren

Während Wettbewerber wie Alphabet oder Amazon für das laufende Jahr Investitionsausgaben in der Größenordnung von jeweils rund 200 Milliarden US-Dollar planen, verfolgt Apple einen deutlich schlankeren Ansatz. Das Unternehmen nutzt Kooperationen mit Partnern wie Alphabet, Nvidia und OpenAI, um KI-Funktionen in sein Ökosystem zu integrieren. Diese Strategie spiegelt sich in den Bilanzen wider: Apple wendet lediglich 1,7 % seines Umsatzes für Investitionsausgaben auf, was etwa 4,34 Milliarden US-Dollar entspricht.

Dieser Fokus auf Kapitaleffizienz ermöglicht es dem Konzern, einen außergewöhnlich hohen Anteil seines operativen Cashflows in freien Cashflow umzuwandeln. Zuletzt lag diese Konversionsrate bei 94,7 %. Analysten bewerten diesen Kurs positiv, da Apple dadurch trotz des KI-Booms seine hohen Margen schützt und gleichzeitig finanzielle Spielräume für Aktienrückkäufe und Dividenden behält.

Kostensteigerungen bei Speicherchips belasten

Trotz der starken Marktposition sieht sich die Lieferkette von Apple wachsendem Druck ausgesetzt. Die Preise für Speicherbausteine (DRAM) sind im Zuge des KI-Hypes drastisch gestiegen. Schätzungen zufolge könnten die Kosten für den Arbeitsspeicher beim kommenden iPhone 18 Pro auf 145 US-Dollar steigen, was einem Zuwachs von etwa 272 % gegenüber dem Vorgängermodell entspräche. Um diese Mehrkosten abzufedern, verhandelt das Unternehmen derzeit hart mit Display-Lieferanten wie Samsung und LG, um Preissenkungen von rund 20 % bei OLED-Panels zu erzwingen.

In Washington setzt Apple zudem seine Bemühungen fort, Sondergenehmigungen für den Bezug von Chips des chinesischen Herstellers CXMT zu erwirken, um die Abhängigkeit von teureren US- und koreanischen Lieferanten zu verringern. Branchenexperten halten Preiserhöhungen bei künftigen Gerätegenerationen dennoch für unvermeidlich. Morgan Stanley prognostiziert, dass der Einstiegspreis für die nächste Pro-Generation um etwa 200 US-Dollar steigen könnte.

Spannung vor dem Quartalsbericht

Am kommenden Donnerstag wird Apple seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorlegen. Der Markt erwartet einen Umsatz von rund 108,1 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem iPhone-Segment, für das Analysten Erlöse in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar prognostizieren.

Die Analystenstimmen bleiben im Vorfeld der Veröffentlichung überwiegend optimistisch. Robert W. Baird hob das Kursziel für Apple auf 330 US-Dollar an und vergibt das Prädikat „Outperform“. Auch die Experten von Morgan Stanley halten an ihrer Übergewichtung fest und rufen ein Ziel von 360 US-Dollar auf. Sie verweisen auf die geringe Preiselastizität der Apple-Kunden, die es dem Unternehmen erlauben dürfte, steigende Produktionskosten erfolgreich an die Käufer weiterzugeben. Am 1. September steht zudem der bereits im Frühjahr angekündigte Wechsel an der Konzernspitze an, wenn John Ternus das Amt des CEO übernimmt.

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