Apple Aktie: Zoff mit OpenAI
Apple verklagt OpenAI wegen Geheimnisdiebstahls, während die Aktie dank China-Zulassung für Apple Intelligence neue Höchststände erreicht.

- Rechtsstreit mit OpenAI eskaliert
- China genehmigt Apple Intelligence
- Analysten uneins über Kursziele
- Letzte Quartalszahlen unter Tim Cook
Während die Apple-Aktie neue Höchststände markiert, tobt im Hintergrund ein handfester Rechtsstreit. Der Konzern geht juristisch gegen OpenAI vor und wirft dem ChatGPT-Entwickler den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor — angeblich unter Beteiligung ehemaliger Apple-Mitarbeiter. Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein: Nur wenige Wochen vor dem Führungswechsel an der Konzernspitze und dem nächsten Quartalsbericht sorgt die Klage für zusätzliche Aufmerksamkeit.
China-Zulassung befeuert die Rekordjagd
Auslöser der jüngsten Kursrally war die Zulassung von Apple Intelligence in China. Die dortige Cyberspace-Aufsicht nahm die geräteseitige KI-Software in ihre Liste zugelassener Anbieter auf — neben Huawei und Xiaomi. Apple integriert dafür die Sprachmodelle von Alibabas Qwen und Technik von Baidu, was beide chinesischen Tech-Werte an der Börse in Hongkong ebenfalls beflügelte.
Für Apple war das mehr als ein Randereignis: Der Konzern hatte auf dem wichtigsten asiatischen Absatzmarkt lange ohne wettbewerbsfähige KI-Funktionen dagestanden. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung und erreichte im Anschluss ein neues Rekordhoch. Jefferies bewertet die Genehmigung dennoch nüchtern als reine Formsache und sieht den eigentlichen Flaschenhals weiterhin im fehlenden App-Datenzugriff für Apple Intelligence.
Beim Kursziel gehen die Meinungen der Analysten deutlich auseinander. Jefferies belässt es bei „Hold“ mit einem Ziel von 299,88 Dollar, Evercore ISI bekräftigt „Outperform“ bei 365 Dollar, während KeyBanc auf „Underweight“ mit einem Ziel von 250 Dollar herabgestuft hat. Monness, Crespi, Hardt wiederum hob die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 335 Dollar an. Die Spanne zwischen 250 und 365 Dollar zeigt: Ein Konsens über die faire Bewertung fehlt derzeit komplett.
Letzter Auftritt für Tim Cook
Am 30. Juli legt Apple die Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2026 vor. Es wird die letzte Telefonkonferenz von Tim Cook als CEO — zum 1. September übernimmt John Ternus die Konzernleitung. UBS rechnet für das Juni-Quartal mit einem Umsatzplus von 15 Prozent im Jahresvergleich, getragen von einem iPhone-Wachstum von rund 20 Prozent.
Parallel mehren sich kritische Stimmen zum iPhone-Geschäft selbst. Jefferies verweist auf rückläufige Verkaufszahlen in China und warnt, die aktuell starke Nachfrage nach dem iPhone 17 könnte dem Nachfolgemodell iPhone 18 Rückenwind nehmen. KeyBanc begründet seine Herabstufung ähnlich — mit schwächeren Produktionszahlen und zurückhaltenden Nutzern in den USA.
Der Quartalsbericht am 30. Juli dürfte damit gleich zwei Fragen beantworten: ob sich die China-Zulassung bereits in harten Verkaufszahlen niederschlägt, und wie Cook sein letztes Kapitel als Apple-Chef abschließt.
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